Archiv für den Monat: Oktober 2022

Physikalische Therapie bei Tendinopathien und Ansatz-Tendinitiden

Reaktive physikalische Therapiemaßnahmen werden bei akuten und chronischen Enthesiopathien im Rahmen eines konservativen multimodalen Therapieansatzes häufig als begleitende Intervention neben Krankengymnastik, medizinischer Trainingstherapie u.a. mit exzentrischem Krafttraining und einer medikamentösen Behandlung eingesetzt.

Für einzelne Verfahren liegt im Gegensatz zu den aktiven Maßnahmen immer noch eine uneinheitliche Studienlage vor, zumal randomisierte kontrollierte Studien mit Verblindung vielfach fehlen und eine Testung gegen Placebo schwierig ist. Differenziert eingesetzte physikalische Therapien können aber bei Beachtung der Kontraindikationen aufgrund ihres günstigen Nutzen-Risiko-Profils sowohl akute als auch chronische Schmerzen positiv beeinflussen und regenerierende Prozesse unterstützen. Der Einsatz als Monotherapie ist wenig sinnvoll.

Ursache

Risikofaktoren für Enthesiopathien sind u.a. repetitive Mikrotraumen bei oftmals erhöhtem Kraftaufwand durch mangelhafte sportliche Technik sowie Rauchen, Übergewicht und zunehmendes Alter. Bei kontinuierlicher Überbelastung wird der normale Regenerationsprozess mit Kollagensynthese gestört. Es resultieren Veränderungen im Sehnenansatzgewebe, die histologisch degenerativ-reparative Strukturveränderungenmit Mikrodefekten, Fibrineinlagerungen und eine Neoangiogenese zeigen. Ohnehin unterliegen Sehnenansätze altersabhängig einem Strukturwandel mit einer Abnahme der Tenozyten sowie der elastischen Fasern. Primär handelt es sich daher um ein degeneratives, weniger entzündliches Krankheitsgeschehen. Neben den Unterarmextensoren und -flexoren (Tennis / Golf) sind vor allem Achillessehne (Laufsport), Patellar- und Supraspinatussehne (Ballsport) betroffen.

Über einen längeren Zeitraum von mehreren Monaten sind die Erkrankungen häufig selbstlimitierend, können aber die Lebensqualität für diese Zeit im Alltag deutlich herabsetzen und die Ausübung jeglicher sportlichen Aktivität behindern. Therapeutisch sollte beim Einsatz physikalischer Maßnahmen zwischen akuten und chronischen Verläufen differenziert werden. Die Diagnose ist primär klinisch durch eine neuroorthopädische Untersuchung zu stellen und kann durch bildgebende Verfahren wie Sono und MRT (Hochfeldgerät) zum differentialdiagnostischem Ausschluss bestätigt werden.

Therapiebesonderheiten

Die physikalisch-Therapieoptionen umfassen insgesamt ein breites Spektrum: Mechanotherapie, Thermotherapie, Elektrotherapie, Ultraschall, Lichttherapie, Stoßwelle und die Balneotherapie. Physikalische Therapien beeinflussen die Trophik, Durchblutung sowie Enzym- und Immunreaktionen und sollen zur Sehnenregeneration und Funktionsverbesserung des betroffenen Abschnitts / Gelenks beitragen. Der Erfolg der Therapie ist nicht nur von der richtigen Wahl der Therapiemethode abhängig, sondern auch ganz wesentlich von der individuellen Dosierung des Reizes, von der Reaktionslage und dem Reaktionsvermögen des Patienten, der Kombination mit anderen Reizen sowie von der Dosierung der räumlichen und zeitlichen Verteilung des Reizes. Die Wirkungen zeichnen sich nicht durch einen linearen Verlauf aus. Die physikalische Therapie stellt keineswegs ein einfaches Adjuvans dar, sondern sollte sorgfältig überwacht werden. Als eigenständige Behandlung unterliegt sie eigenen Indikationen und Kontraindikationen. Physikalische Therapiemaßnahmen sind primär nicht entlastend sondern immer belastend. Ein Therapieerfolg ist nicht nur abhängig von der richtigen Wahl der Behandlungsmethode /-en, sondern auch von krankheitsspezifischen Durchführungskriterien und einem individuell an den Fortschritt angepassten Behandlungsplan. Für die Dosierung und die Häufigkeit der Anwendungen können nicht immer allgemeingültige Regeln aufgestellt werden, da sie eine Abhängigkeit zur angewandten Technik, dem Therapieziel und der Belastbarkeit des zu Behandelnden aufweisen. Insgesamt kann bei allen konservativen Therapien keine signifikante Überlegenheit einer Therapie gegenüber einer anderen Einzelmaßnahme gesehen werden, wodurch der Behandler in der Praxis ein möglichst großes Erfahrungsspektrum benötigt.

Elektrotherapie

Zur Elektrotherapie werden alle Verfahren gezählt, die dem Körper elektrische Energie zuführen. Unterschieden wird zwischen Gleichstrom- und Wechselstromanwendungen. Die Elektrotherapie wird vor allem begleitend zur Schmerztherapie eingesetzt.

Galvanisation

Bei der Galvanisation erfolgt die Behandlung mit Strom konstanter Spannung, Stromrichtung und Stromstärke. Physiologisch kommt es zu einer Verschiebung des Membranpotenzials der Haut- und Muskelzellen im Sinne einer Depolarisation und Hyperpolarisation, die das Mikromilieu der Gewebe beeinflusst. Die analgetische Wirkung tritt zumeist unter der hyperpolarisierenden Anode (Pluspol) auf.

Iontophorese

Bei der Iontophorese macht man sich zusätzlich die Ionenwanderung zur Einbringung von Medikamenten durch die intakte Haut zunutze.

Damit können Prozesse zur Schmerzlinderung, Abschwellung und Entzündungshemmung unterstützend behandelt werden, indem NSAR-, Salicylsäure- sowie Heparin- und Hirudin- haltige Salben unter der Kathode eingebracht werden; kationenhaltige Salben wie Lidocain, Procain, Adrenalin, Histamin und Hyaluronidase werden an der Anode  implementiert.

Wechselstrom

Beim Wechselstrom ändert sich die Polung der Elektroden kontinuierlich.

Es werden drei Frequenzbereiche unterschieden:

  • Niederfrequenz (0–1.000 Hz)
  • Mittelfrequenz (1.000–300.000 Hz, therapeutisch i.d.R. bis 10 KHz)
  • Hochfrequenz (über 300 KHz)

 

Transkutane Elektrische Nervenstimulation (TENS)

Die für die Praxis am weitesten verbreitete Therapiemethode niederfrequenter Wechelströme ist die Transkutane Elektrische Nervenstimulation (TENS).

Dabei kommen ausschließlich bidirektionale nullliniensymmetrische niederfrequente Wechselströme zur Anwendung. Bei den heute handelsüblichen Geräten kann die Stromstärke ebenso wie die Impulsfrequenz und -breite individuell eingestellt werden: Die Wirkung der TENS-Therapie ist in der Regel auf die Stimulationsdauer begrenzt, teilweise gibt es einen poststimulatorischen analgetischen Effekt. Die Effekte der Anwendung sind von Patient zu Patient unterschiedlich, so dass es neben einer individuellen Geräteeinstellung, einer geduldigen Optimierung der Elektrodenplatzierung sowie einer Schulung des Patienten im Umgang mit der eigenständigen Anwendung dieser Therapieform bedarf.

Mittelfrequenz-Interferenzstromtherapie

Bei der Interferenztherapie werden zwei mittelfrequente Wechselströme mit zwei oder vier Elektroden am Körper verwendet. Dort wo sich die Ströme im Gewebe überschneiden, entsteht eine Interferenz. Neben einer schmerzdämpfenden Wirkung kommt es zu einer Durchblutungssteigerung, Detonisierung und Stoffwechselsteigerung im behandelten Gewebe.

Lasertherapie

Bei dieser Form der Phototherapie wird stark gebündeltes, monochromatisches Licht von hoher Intensität eingesetzt. Therapeutisch kommt der sogenannte Low-level-Laser (LLL) zur lokalen Bestrahlung mit Laserlicht niedriger Energie zum Einsatz. Dieser hat wenig thermische Effekte, wirkt aber vor allem durch Aktivierung intrazellulärer photochemischer Prozesse und wird in letzter Zeit auch in der Sportmedizin vielfach vor allem zur Unterstützung regenerativer Prozesse eingesetzt.

Thermotherapie

Die Studienlage hierzu ist uneinheitlich. Unter Thermotherapie versteht man alle Arten von Therapien, bei denen dem Körper – bezogen auf die Körpertemperatur – Wärme zugeführt oder entzogen wird. Grenzen werden durch die thermische Belastbarkeit der Gewebe, insbesondere der Haut, durch die (insbesondere kutane) Temperaturempfindung und durch nervale Eigenschutzreflexe gesetzt.

Wärmetherapie

Ein Wärmeanstieg wirkt im Gewebe stoffwechselsteigernd und analgetisch. Die Temperaturerhöhung erfolgt sowohl in oberflächlichen als auch in tiefergelegenen Geweben und Organen grundsätzlich auf zwei Wegen: entweder unmittelbar durch Eindringen von Wärme aus einem Wärmeträger (z. B. Packungen) oder unmittelbar durch Wärmebildung aufgrund Energieabsorption im Gewebe direkt, beispielsweise durch Ultraschall für tiefergelegene Gewebe.

Wärmepackungen entfalten ihre Thermoeffekte als Wärmeträger. Peloiden wird neben zusätzlich eine adstringierende, entzündungshemmende und schmerzlindernde Wirkungen zugeschrieben. Bei der „heißen Rolle“ kommt es weniger zu einem Wärmeaustausch als zu einem reflektorischen Therapieeffekt, den sich der Therapeut in Kombination mit gelenkaktivierenden Maßnahmen zunutze macht.

Ultraschall

Die Ultraschaltherapie gehört zu den wirksamsten gezielten regionalen Tiefenerwärmungsverfahren. Dabei kommt es über eine Verbesserung der Mikrozirkulation zu einer Steigerung der Durchblutung und in der Folge zu einer Steigerung der Zellpermeabilität und Förderung des Stoffwechsels sowie durch die Indurationsabnahme zu einer Gewebeauflockerung und Schmerzreduktion. Bei der Phonophorese wird zusätzlich zum Ultraschall lokal ein Medikament in Form einer Salbe aufgetragen (z. B. bei Tendinopathien an der Schulter). Die analgetischen Wirkungen sind dabei besser als bei der Anwendung von reinem Ultraschall.

Hochfrequenztherapie (>100 KHz)

Diese werden für therapeutische Zwecke in drei Frequenzbereiche eingeteilt:

  • Kurzwelle: Die Kondensatorfeldmethode (zwei Applikatoren) führt zur größten Energieabsorption im Fettgewebe, die Spulenfeldmethode (ein Applikator) hingegen
    in der Muskulatur und umgebenden Gewebe.
  • Dezimeterwelle: Hier wird die größtmögliche Tiefenwirkung erzielt. Allerdings ist das Wärmempfinden der Patienten sehr gering und damit die Dosierung sehr vorsichtig zu wählen.
  • Mikrowelle: Bei der Mikrowellenbehandlung werden durch das Strahlenfeld in erster Linie oberflächliche Strukturen erreicht.

 

Kältetherapie

Kältetherapie führt zu einer veränderten Vasomotorik mit Vasokonstriktion der Haut und Muskelgefäße, zu einem Absinken der Gewebetemperatur und einer Reduktion der Stoffwechselvorgänge durch Verlangsamung der Mikrozirkulation. Es kommt zu einer Hemmung der Freisetzung und Aktivierung von Entzündungsmediatoren und zu einer Schmerzschwellenanhebung und Blockierung bzw. Verlangsamung der Schmerzfortleitung.

Extrakorporale Stoßwellentherapie

Zu unterscheiden ist die radiale von der fokussierten Stoßwelle. Zu beiden Verfahren existieren einige randomisierte und kontrollierte Studien mit verschiedenen Kontrollinterventionen und klinischen Ergebnissen. Stoßwellen sollen regenerative Prozesse einleiten und eine mechanisch induzierte zelluläre Proliferation mit Desensibilisierung von Nervenendigungen am Knochen-Sehnen-Übergang bewirken. Trotz der noch heterogenen Studienlage überwiegen je nach betroffener Struktur Studien, in denen beide Stoßwellenarten in Bezug auf Schmerz und andere Zielparameter zumindest gleichwertig im Vergleich zu anderen Behandlungen bzw. einer sham Stoßwelle abschneiden. Die Applikation sollte in 3–5 Sitzungen in einem Intervall von 1–2 Wochen mit einer Energieflussdichte von 0,08–0,25 mJ/mm² bei einer Frequenz von 2–10 Hz mit 1.000–3.000 Impulsen/Sitzung erfolgen. Einsatzoptionen für die radiale Stoßwelle liegen eher bei großflächigen Muskelsehnenansätzen (z. B. an der LWS), für die fokussierte Stoßwelle bei punktuellen Beschwerden (Ansatztendinopathie der Achillessehne, Fersensporn).

THANK YOU MFA – Programm des BVOU für die MFAs von BVOU-Mitgliedern

Berlin/Hamburg – Das Halten von hochmotivierten und erfahrenen medizinischen Fachangestellten, die für einen optimalen Praxisbetrieb mit seinen hocheffizienten Ablaufprozessen erforderlich sind, wird immer mehr zur Herausforderung für niedergelassene Orthopäden und Unfallchirurgen.

Medizinische Fachangestellte (MFA) für Facharztpraxen sind kaum noch zu finden. Der Fachkräftemangel und die mangelnde öffentliche Wertschätzung während der Corona-Pandemie ließ einige MFAs verlockende Angebote im Krankenhaus oder in anderen Branchen wahrnehmen. Gleichzeitig nimmt die Nachfrage nach Ausbildungsplätzen ab.

Dieser Problematik kann jeder Praxisinhaber mit entsprechender Entlohnung, Bonuszahlungen und Wertschätzung in der Praxis entgegentreten. Diese Möglichkeiten haben aber Grenzen.

Das Angebot

Der Berufsverband möchte seine niedergelassenen Mitglieder dabei unterstützen, den MFA die verdiente Wertschätzung zukommen zu lassen, und bei Personalbindung und Personalsuche unterstützen.

Dafür haben wir ein Paket mit attraktiven Angeboten geschnürt, das die Tätigkeit medizinischer Fachangestellter in der orthopädisch-unfallchirurgischen Praxis für aktuelle und zukünftige MitarbeiterInnen attraktiv macht.

Das Programm kommt allen MFAs zugute, die in Praxen und MVZ von BVOU-Mitgliedern tätig sind. Die Teilnahme ist sowohl für die Mitarbeiter als auch für die BVOU Mitglieder kostenfrei, mit Ausnahme weiterführender Seminare und Kurse.

Das Angebot besteht für MFA aus drei Säulen:

  1. MFA Benefits
  2. MFA Akademie
  3. MFA Community

Für BVOU-Mitglieder in ihrer Rolle als Arbeitgeber haben wir ergänzend mit dem führenden Stellenportal für medizinische Fachangestellte eine Kooperation geschlossen, die Sie bei der Suche nach geeigneten Mitarbeitern unterstützt.

MFA Benefits

Die MFAs Ihrer Praxis erhalten Zugriff auf ein eigenes Einkaufsportal mit vielen exklusiven Angeboten von bekannten und starken Marken. Sie kennen diese Benefits evtl. von den Einkaufsvorteilen für BVOU-Mitglieder.

Jeden Monat kommen neue, interessante Angebote hinzu. Ihre MFA können bei jedem Einkauf, ob online oder in der Filiale bares Geld bei über 1.500 Anbietern sparen.

Und auch Sie als Arbeitgeber und BVOU-Mitglied können diese Angebote nutzen. Wie wäre es z.B. mit einem Mitarbeiter-Dienstwagen als E-Fahrzeug? Laden an der Praxis und Leasingraten ab 150 €.

MFA Akademie

Der BVOU hat besondere Fortbildungsangebote für die unverzichtbaren Allroundtalente in der Praxis zusammengestellt. Lassen Sie Ihre Mitarbeiter in den Angeboten stöbern und bieten so die Möglichkeit der Weiterentwicklung ihrer Fähigkeiten. Das schafft Selbstvertrauen und Mehrwert für die Praxis.

Eine Fortbildung wird nicht nur als Wertschätzung wahrgenommen, sondern gibt zudem ein Motivationsschub. Für BVOU-Mitglieder und deren Angestellte gibt es bei allen MFA-Fortbildungsangeboten attraktive Sonderkonditionen.

MFA Community

In der MFA Community, einer digitalen Gemeinschaft exklusiv für medizinische fachangestellte von BVOU-Mitgliedern, können sich MFAs aus ganz Deutschland miteinander vernetzen und austauschen. Wir haben dafür einen eigenen Bereich in der O&U Events App eingerichtet.

Mit dem Austausch über die Praxisgrenzen hinweg können Ihre Mitarbeiter von der Erfahrung anderer lernen und best-practice-Beispiele und Lösungswege in der eigenen Praxis umsetzen.

Die Community ist ein geschützter Raum exklusiv für MFAs, der durch Mitarbeiter des BVOU moderiert wird. Also keine Chefinnen und Chefs und freier Austausch.

Mitarbeitersuche

Wenn Sie Personal suchen, dann finden Sie auf der Seite https://www.bvou.net/jobboerse/ eine Vorlage für eine MFA-Stellenausschreibung. Diese können Sie gern an Ihre Bedürfnisse anpassen und anschließend regional oder überregional in geeigneten Medien schalten.

Durch eine neue Kooperation mit dem Stellenportal medi-karriere.de erhalten Sie automatisch 5% Nachlass auf den Anzeigenpreis. Die Mitarbeiter des Stellenportal unterstützen Sie außerdem bei der Erstellung einer attraktiven Ausschreibung.

Senden Sie dafür einfach über die o.g. Seite im BVOU.net eine Anfrage mit den wesentlichen Eckdaten per Email an das Stellenportal und erwähnen Sie, dass Sie BVOU-Mitglied sind. Bitte geben Sie als Nachweis einfach Ihre Mitgliedsnummer an. In wenigen Tagen erhalten Sie eine komplett gestaltete Stellenanzeige zur Freigabe, die dann auf medikarrriere.de und vielen Partnerportalen, so auch im BVOU.net geschaltet wird.

Wie registrieren sich meine Mitarbeiter?

Unter der Seite www.bvou.net/thankyou können Sie bzw. Ihre Mitarbeiter sich für das Programm registrieren. Bitte teilen Sie Ihren Mitarbeitern für die Registrierung Ihre BVOU-Mitgliedsnummer mit.

Die Anmeldung nehmen Ihre Mitarbeiter bequem online vor. Nach Prüfung des BVOU-Mitgliedsstatus ihres Arbeitgebers werden Ihre Mitarbeiter für das MFA THANK YOU Programm freigeschaltet und erhalten weitere Informationen und den Zugang zur O&U Events App per eMail.

BVOU-Mitgliedsnummer nicht zur Hand? Sie finden sie in jedem BVOU-Newsletter ganz unten im dunkelblauen Abspann. Sollten Sie unsere Newsletter abbestellt haben, finden Sie Ihre Mitgliedsnummer auch auf der jährlichen Beitragsrechnung.

Wir hoffen, dass Ihnen diese Kampagne zusagt und wir Sie damit bei der Bindung und Neugewinnung von motivierten Mitarbeitern unterstützen können. Bei weitergehenden Fragen unterstützt Sie gern unsere Geschäftsstelle. Ihr Ansprechpartner ist Herr Lasse Walter, dem wir für seinen intensive Mitarbeit bei der Entwicklung dieser Kampagne danken. Sie erreichen Herrn Walter Dienstag bis Donnerstag unter Tel. 030 797 444 41.

Dr. Katharina Doepfer (BVOU-Vorstandsmitglied)
Dr. Jörg Ansorg (BVOU-Geschäftsführer)

GKV-Finanzstabilisierungsgesetz: Protestaktionen bundesweit

Berlin – Anlässlich der 1. Lesung des geplanten GKV-Finanzstabilisierungsgesetzes im Bundestag unterstreicht der SpiFa erneut seine Forderung nach der Belassung der Neupatientenregelung im TSVG und fordert die Bundestagsabgeordneten auf, sich den Fakten zu widmen.

Die Länder hatten bereits in der vergangenen Woche ihr Votum abgegeben und sich eindeutig gegen eine Streichung der Neupatientenregelung aus dem TSVG ausgesprochen. Nun sind die Abgeordneten im Bundestag gefragt, sich mit den Auswirkungen des geplanten Gesetzes zu beschäftigen und dabei auch einen Blick auf die Patientenversorgung in Ihrem Wahlkreis zu werfen.

Dazu der SpiFa-Vorstandsvorsitzende Dr. Dirk Heinrich: „Niemand, wirklich niemand, kann die Rücknahme der TSVG-Neupatientenregelung ernsthaft wollen. Damit wird die fachärztliche Grundversorgung getroffen, gerade auch an sozial benachteiligten Standorten. Diese Regelung hat Ärztinnen und Ärzte darin bestärkt, Ihre Versorgung auszuweiten und dafür in Praxen und Infrastruktur zu investieren. Dass sich das gelohnt hat, belegen die aktuellen Zahlen des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung (ZI) eindeutig.“

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach, bestreitet weiterhin die positiven Effekte der Neupatientenregelung und beruft sich dabei auf Berechnungen im eigenen Hause, welche aber nicht offengelegt sind. In Anbetracht des derzeitigen Skandals um die Veröffentlichung falscher Hospitalisierungsquoten im Rahmen einer Impfkampagne des BMG stellt sich für den SpiFa allerdings die Frage, wieviel Glauben man den eigenen Berechnungen des BMG schenken darf. Heinrich hierzu weiter: „Die Behauptungen von Herrn Lauterbach zu den Auswirkungen der Neupatientenregelung entbehren jeder Faktengrundlage, die Argumentation ist vollkommen haltlos und intransparent. Die erhobenen Daten des ZI basieren hingegen auf realen Patientendaten und sprechen eine ganz andere Sprache, die auch jeder Abgeordnete im Bundestag versteht.“

Aus den Zahlen des ZI geht insbesondere hervor, dass seit Einführung der Regelung zum einen der Anteil an Neupatienten in den Praxen signifikant gestiegen ist, zum anderen es sich bei diesen Neupatienten überwiegend um Neuerkrankte handelt. „Die Zahlen sprechen für sich und zeigen deutlich, dass vor allem Neuerkrankte, die eine zeitnahe medizinische Behandlung benötigen, von der Regelung profitiert haben. Wer also ernsthaft an einer guten ärztlichen Versorgung für Patienten interessiert ist, kann nicht für eine Abschaffung dieser Regelung votieren,“ so Heinrich weiter.

„Die Länder haben gesprochen!“

Der Spitzenverband Fachärzte Deutschlands e.V. (SpiFa) begrüßt die aktuelle Stellungnahme des Bundesrates zum Regierungsentwurf des GKV-Finanzstabilisierungsgesetzes und zeigt sich erfreut ob der Wertschätzung der ambulanten Strukturen in der Gesundheitsversorgung.
„Die Länder haben gesprochen,“ so Dr. Dirk Heinrich, Vorstandsvorsitzender des SpiFa. „Hier zeigt sich deutlich, dass die Länder die Probleme in der Gesundheitsversorgung verstanden haben und ernst nehmen. Jetzt sind der Bundesminister, die Bundesregierung und das Parlament gefragt. Wir erwarten, dass die Abgeordneten das Votum der Länder als deutliches Signal betrachten und in diesem Zuge nicht daran vorbei entscheiden.“

Die mit dem Gesetz einhergehenden geplanten Leistungskürzungen für Patienten werden schnell zu spüren sein. So werden sich Patienten auf längere Wartezeiten für einen Facharzttermin einstellen müssen oder verschlossene Türen vorfinden, da viele Praxen keine neuen Patienten mehr aufnehmen können. „Das kann niemand ernsthaft für seinen Wahlkreis wollen,“ so Heinrich weiter.

Für SpiFa-Hauptgeschäftsführer Robert Schneider bestärkt die Stellungnahme des Bundesrates indes, dass die derzeit vom SpiFa und seinen Mitgliedsverbänden geführte patientenzentrierten Aufklärungskampagne #WartenBisDerArztKommt auf dem richtigen Pfad ist. Schneider hierzu: „Unsere Kampagne hat gerade erst begonnen und entfaltet sich zunehmend. Wir fühlen uns von den Landesvertretern verstanden und werten diese Stellungnahme als deutliches Signal, dass wir mit unseren Kampagnenaktivitäten und unserem Protest gegen die Abschaffung der TSVG-Neupatientenregelung auf dem richtigen Weg sind.“

Protestaktionen in Ihrem BVOU-Landesverband

Die Kassenärztinnen und -ärzte machen mobil gegen Prof. Karl Lauterbach. Auch BVOU-Mitglieder in den einzelnen Landesverbänden beteiligen sich an umfangreichen Protestaktionen und schließen ihre Praxen. Eine Übersicht:

Bayern 10.10.22
Brandenburg 4. – 7.10.22
Hamburg 5.10.22
Hessen 5.10.22
Niedersachsen 5.10.22
Rheinland-Pfalz 12.10.22
Saarland 5.10.22
Sachsen-Anhalt 12.10.22

 

Sonografie der Säuglingshüfte: „Nur nicht ungeduldig werden”


Berlin – Die Sonografie der Säuglingshüfte nimmt unter den Ultraschalluntersuchungen eine Sonderstellung ein. Nur in einem relativ engen Zeitintervall können drohende Hüftreifungsstörungen ausschließlich mit diesem Ultraschallverfahren erkannt und anschließend weitgehend behoben werden. Seit vielen Jahren veranstaltet die Akademie Deutscher Orthopäden Fortbildungskurse zu dieser Thematik. Kursleiterin PD Dr. Susanne Fröhlich aus Rostock erläutert, warum es sich lohnt, regelmäßig Refresher-Kurse zu besuchen und wie sich die häufigsten Fehlerquellen vermeiden lassen.

Frau PD Dr. Fröhlich, seit vielen Jahren geben Sie in der Akademie Deutscher Orthopäden –kurz ADO – Kurse zum Thema Sonografie der Säuglingshüfte: Auf welche Inhalte legen Sie ganz besonders Wert, die Sie an die Kursbesucher vermitteln?

PD Dr. Susanne Fröhlich: Die Sonografie der Säuglingshüfte ist ein standardisiertes Verfahren, das breite Anwendung findet. Sie ist einfach und reproduzierbar durchführbar. Es gibt klare Regeln, die befolgt werden müssen, um den Hüfttyp korrekt zu bestimmen und eventuelle therapeutische Konsequenzen abzuleiten. Die zügig eingeleitete Therapie bestimmt wesentlich die weitere Entwicklung des dysplastischen/reifungsverzögerten Gelenkes. In den Kursen soll die Wahrnehmung für die Einhaltung der Grundregeln geschärft werden.

Was wird häufig seitens der Kursteilnehmer gefragt? Wo herrschen Ihrer Meinung nach die meisten Wissenslücken? Wo Unsicherheiten?

Fröhlich: Fragen zum Untersuchungsablauf, respektive den Hüfttypen werden eher weniger gestellt. Vorherrschend ist die Unsicherheit hinsichtlich der Hüfttypbestimmung und der Therapieeinleitung, da doch immer mal wieder vom „Standard“ abgewichen wird. Unter dem Motto: „Das geht schon, ich habe ja alles gesehen, was ich brauche …“. Leider sind diese subjektiven Wahrnehmungen aber nicht auf einem Bild zusammengefasst. Und es fehlt dann doch der Unterrand des Os ilium oder es hat sich ein Rotationsfehler eingeschlichen.

Wenn möglich, zeigen Sie die Technik der Sonografie an einem Säugling. Warum ist Ihnen das so wichtig?

Fröhlich: Um die Abtasttechnik zu demonstrieren und den Teilnehmern zu zeigen, dass, auch wenn ein Kind mal unruhig werden kann, trotzdem die Untersuchung nicht zeitaufwendiger sein muss. Eine sonografische Untersuchung sollte zwei bis fünf Minuten nicht überschreiten. Nicht nur die Kinder könnten zappelig werden, sondern auch die Untersucher selbst. Dann wird angefangen am Beinchen zu ziehen oder festzuhalten. Alles Dinge, die das Ziel in noch weitere Ferne rücken lassen.

Was muss man Ihrer Meinung nach besonders bei dem Verfahren beachten?

Fröhlich: Die Standards! Sie sind über Checklisten (Checkliste 1: Anatomische Identifizierung, Checkliste 2: Brauchbarkeitsprüfung) als auch über die Lagerungs-und Abtasttechnik klar durch Prof. Dr. Reinhard Graf definiert. Und in der täglichen Routine schleicht sich dann doch der Fehlerteufel ein. Warum ist das Einhalten der Standards wichtig? Weil Sie problemlos etwa aus einer „kritischen Hüfte“ vom Typ IIc eine reifungsverzögerte Hüfte vom Typ IIa schallen können. In der Kontrolluntersuchung ist die Verwunderung schließlich groß, wenn sich der Hüfttyp plötzlich und unerwartet verschlechtert hat.

Welche Fehlentwicklungen können per Ultraschall diagnostiziert werden? Warum ist hier ein enges Zeitintervall so essenziell?

Fröhlich: Sie können mit der Säuglingssonografie problemlos direkt postpartal dezentrierte, dysplastische und reifungsverzögerte Hüftgelenke erkennen. Die klinische Untersuchung kann das Problem nicht lösen, da nicht immer sichere Zeichen (relative Beinlängendifferenz mit einem Knietiefstand auf der betroffenen Seite, Abspreizhemmung oder positives Ortolanizeichen) nachweisbar sind. Und so dient die Sonografie als schnelles, unkompliziert durchführbares Diagnostikum, aus dem sofort die Therapie ab-und schließlich eingeleitet werden kann. Gesetzlich vorgesehen ist die Sonografie der Säuglingshüfte im Rahmen der U3. An der UMR Rostock führen wir bereits im Rahmen der U2 ein Screening durch. So können wir pathologische Hüftgelenke bereits sechs Wochen früher behandeln. Für die Therapie muss den Untersuchern die Reifungskurve des Hüftgelenkes bekannt sein. Ab der 12. bis 14. Woche hat das Hüftgelenk hinsichtlich der Wachstumspotenz einen Art Plateauverlauf, das heißt, die Behandlung zieht sich hin, so die dysplastische, oder reifungsverzögert Hüfte zu spät detektiert wird.

Was sind die häufigsten Fehlerquellen bei der Hüftsonografie? Wie können diese vermieden werden?

Fröhlich: Die Nichteinhaltung der Regeln und Checklisten, wie bereits erwähnt. Aus einer methodischen Fehleranalyse von Regressions- und Schlichtungsfällen sowie den Eingangstest aus Refresher-Kursen (auch mein Kurs beginnt mit einer Wissensüberprüfung, die nur für die Teilnehmenden selbst ist …) kristallisieren sich immer wieder klassische Fehler heraus.
In absteigender Folge sind dies:

  • Insuffiziente Lagerungs-und Abtasttechnik (Fehlen der Lagerungsschale und/oder Sonoguide
  • keine, respektive unvollständige anatomische Identifizierung (Checkliste 1)
  • inkorrekte, oder fehlende Brauchbarkeitsprüfung (Checkliste 2)
  • inadäquate Messtechnik
  • Inkongruenz zischen Befundung und Winkelmessung
  • Fehlende typgerechte therapeutische Konsequenz“

Welchen wichtigsten Ratschlag geben Sie Kursteilnehmern bei Ihren Seminaren mit auf den Weg?

Fröhlich: Halten Sie sich an die Grundregeln! Besuchen Sie regelmäßig Refresher-Kurse, wie beispielsweise auf dem kommenden VSOU in Baden-Baden vom 28. bis 30. April. Dies schärft die Wahrnehmung.

Frau Dr. Fröhlich, vielen Dank für das Gespräch.
Das Interview führte Janosch Kuno, Berlin, BVOU-Pressearbeit.

© Intercongress

Let’s discuss Osteo

 

In der Orthopädie ist es wichtig, immer wieder über den Tellerrand hinaus zu blicken. Denn jeder Patient und jede Patientin ist anders – und jeder Fall hat seine eigenen Herausforderungen.

In der Fortbildungsreihe „Let’s discuss Osteo“ erfahren Sie, welche Ursachen beispielsweise für Pseudarthrose,vorliegen können. Welche Tests führen zur korrekten Diagnose? Welche entscheidenden Hinweise können sich in der Anamnese finden? Worauf sollten Sie bei der Bildgebung unbedingt achten?

Unsere Expert*innen geben Ihnen dazu in unseren Online-Seminaren Antwort.

Online-Seminarreihe für Orthopäden und Unfallchirurgen

Bei der Online-Seminarreihe „Let’s discuss Osteo“ erwarten Sie spannende Vorträge und Diskussionen rund um das Thema Osteologie. Seien Sie dabei: entweder live, um selbst Fragen zu stellen und mitzudiskutieren oder später on demand. Ausgewählte Spezialisten präsentieren in einem kurzen, 45-minütigen Vortrag aktuelle Themen. Natürlich ist die Veranstaltung CME-zertifiziert und Sie erhalten Punkte für die (Re-)Zertifizierung zum Osteologen DVO.

Eine Veranstaltung von med-kompakt.

Zum Beispiel Hypophosphatasie

Hypophosphatasie (HPP) ist eine erbliche, fortschreitende und seltene Knochenmineralisierungsstörung, die schwere Auswirkungen auf verschiedene Körperfunktionen haben kann.[1-3]  Durch die Osteomalazie kommt es häufiger zu Knochenbrüchen, insbesondere in den unteren Extremitäten und meist ohne adäquates Trauma. Ein Warnsignal ist eine erniedrigte alkalische Phosphatase.[1,2,4-6]

Erfahren Sie kurz und bündig mehr zu Diagnostik und klinischem Erscheinungsbild von HPP.

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Wie sieht Hypophosphatasie in der Praxis aus?


Referenzen

[1] Whyte M. P. Pediatric Bone. 2012; Pages 771-794.

[2] Rockman-Greenberg C. Pediatr Endocrinol Rev. 2013; 10:380-8.

[3] Beck et al. Open Bone J. 2009; 1: 8-15.

[4] Weber T. J. et al. Metabolism. 2016; 65:1522-30.

[5] Högler et al. BMC Musculoskelet Disord. 2019; 80: https://doi.org/10.1186/s12891-019-2420-8.

[6] Seefried L. et al. JBMR. 2020; 35:2171-2178.