Archiv für den Monat: Oktober 2024

Perspektive DVT – „Die SCS Bildgebung bedeutet Sicherheit – für unsere Patienten und uns.“

In Neuenahr-Ahrweiler befindet sich die Praxis Wahisi, die unter der Leitung von Dr. med. Said Walid Wahisi den Patienten eine umfassende, hochqualitative Versorgung bietet.

Die individuelle Behandlung der Patienten wird seit April 2024 durch die eigenständige Nutzung der SCS Bildgebung unterstützt.

Sehen Sie sich hier das Video-Interview an, in dem Herr Dr. Wahisi vom Einsatz des SCS MedSeries® H22 erzählt:

Praxis Wahisi – Im VITAHRIS
Bergstr. 2
53474 Bad Neuenahr-Ahrweiler
www.wahisipraxis.de

Jetzt Beratungsangebot zum planungssicheren Einstieg in die SCS Bildgebung anfordern.

Ehrungen für herausragendes Engagement im BVOU

Am 21. Oktober 24 fand im feierlichen Rahmen des Präsidentenempfangs des Deutschen Kongresses für Orthopädie und Unfallchirurgie (DKOU) 2024 wieder besondere Ehrungen statt. Für den BVOU wurden drei herausragende Mitglieder für ihre Leistungen auf dem Gebiet der Orthopädie und Unfallchirurgie ausgezeichnet. Die Preisträger stehen für besonderes Engagement im Berufsverband. Als Veranstaltungsort für den Präsidentenempfang diente in diesem Jahr das Haupttelegraphenamt. Ein Meisterwerk der neobarocken Architektur, das Haupttelegraphenamt von 1916, wurde in den letzten Jahren aufwendig modernisiert und präsentiert sich heute als urbaner, kosmopolitischer Hotspot in Berlin. 

Ehrenmitgliedschaft für Dr. Christian Hauschild

Dr. Christian Hauschild erhielt die Auszeichnung „Ehrenmitgliedschaft“ für sein jahrelanges Engagement im BVOU. Er ist seit vielen Jahren Landesvorsitzender in Schleswig Holstein. Außerdem war er als erster Schriftführer tätig. Zur Entwicklung zahlreicher Kampagnen und Projekte trug er maßgeblich bei, darunter die Aktion Orthofit (Zeigt her eure Füße) und das Projekt Kinesiologic–Tape. Zudem leitete er die Referate BVOU-Service und Niedergelassene Ärzte in O und U.

Hubert-Waldmann-Plakette für Prof. Dr. Klaus-Peter Günther

Die Hubert-Waldmann-Plakette ist die höchste Auszeichnung des Verbandes, benannt nach dem langjährigen Vorsitzenden Dr. Hubert Waldmann. Die Plakette wird verliehen für die Verdienste um das Fach Orthopädie. In diesem Jahr erhielt Prof. Dr. Klaus-Peter Günther diese Ehrung.

Prof. Günther ist seit 2013 geschäftsführender Direktor am UniversitätsCentrum für Orthopädie und Unfallchirurgie (seit 2019 UniversitätsCentrum für Orthopädie, Unfall- und Plastische Chirurgie) am Universitätsklinikum Dresden..

In seiner beruflichen Karriere hat er zahlreiche nationale und internationale Preise und Ehrungen erhalten. 

“Ich bin froh, dass mein Engagement in Themen der europäischen Orthopädie und Traumatologie zur überaus wichtigen und erfolgreichen Arbeit des BVOU beitragen konnte. Deshalb nehme ich die bedeutende Ehrung mit großer Dankbarkeit an und fasse sie auch als Anerkennung der sehr engen Zusammenarbeit mit Kollegen im Berufsverband auf, die mir über viele Jahre große Freude gemacht hat”, kommentierte Prof. Günther die Ehrung. 

Jürgen-Eltze-Plaketten für das Engagement von Prof. Dr. Bernhard Greitemann

Prof. Dr. Bernhard Greitemann ist Facharzt für Orthopädie, Facharzt für Physik. Und rehabilittaive Medizin, Zusatzbezeichnungen: Sportmedizin, Physikal. Therapie, Chirotherapie“, Sozialmedizin,  Spezielle Schmerztherapie, Zusatzausbildung Orthopädische Sonographie, Notfallmedizin. Seit 1995 ärztlicher Direktor Klinik Münsterland, Bad Rothenfelde Orthop. – traumatolog. Rehabilitationsschwerpunktklinik der DRV Westfalen. 

Reportage über Beinverlängerung erhält den Deutschen Journalistenpreis 2024

Die Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU) und der Berufsverband für Orthopädie und Unfallchirurgie (BVOU) ehren in diesem Jahr den Beitrag von Sybille Seitz „Beinverlängerung: Tobeys langer Weg zu zwei gleichlangen Beinen“ mit dem Deutschen Journalistenpreis Orthopädie und Unfallchirurgie (JOU). Die RBB-Produktion erschien am 2. Juli 2024 auf dem Youtube-Kanal ARD GESUND.

Siegerbeitrag: Tobeys langer Weg zu zwei gleichlangen Beinen

Die Reportage zeichnet ein berührendes Bild von Menschen, deren Leben durch Beinverkürzungen beeinträchtigt ist. Anhand von drei Fallbeispielen zeigt Seitz die Herausforderungen und die Hoffnung, die mit diesem komplexen medizinischen Eingriff verbunden sind. Die Betroffenen erlitten ihre Verletzungen bei Unfällen unterschiedlicher Art, darunter Stürze und Verkehrsunfälle. Die Beinverlängerung stellt für sie keine rein kosmetische Maßnahme dar, sondern ist oft entscheidend für eine Verbesserung ihrer Lebensqualität und Selbständigkeit. „Die Reportage überzeugt durch ihre informative Darstellung verschiedener Behandlungsmethoden und wird durch anschauliche Grafiken ergänzt. Durch ihre tiefgründige Auseinandersetzung mit einem komplexen Thema und ihre emotionale Kraft hebt sich diese Arbeit deutlich von anderen Beiträgen ab“, fasst Juryvorsitzender Prof. Dr. Karsten E. Dreinhöfer das Ergebnis der Jurysitzung zusammen. „Mein Film erzählt die Geschichte von Tobey, der nach einem schweren Unfall als achtjähriger Junge dank einer Kallusdistraktion heute nun auf zwei gleichlangen Beinen durchs Leben gehen kann. Ich freue mich sehr darüber, dass mein Film zu einem Nischenthema mit dem Preis gewürdigt wurde“, kommentiert die Preisträgerin die Entscheidung der Jury.

Sonderpreis für „Kampfunfähig“

Mit seiner Audioreportage „Kampfunfähig – Verwundet in der Ukraine, neues Leben in Bayern“ hat Sebastian Grosser ein außergewöhnliches Hörstück geschaffen, das am 12. April 2024 in der ARD-Audiothek und Radio br24 veröffentlicht wurde. Sein Audiobeitrag geht weit über die Grenzen einer medizinischen Dokumentation über das Fach hinaus.
Die Reportage besticht durch ihre intensive Schilderung der medizinischen Versorgung, der persönlichen Schicksale der Verletzten und der Herausforderungen, denen die behandelnden Ärzte, Pflegekräfte und ehrenamtlichen Helfer gegenüberstehen. Die Erwähnung multiresistenter Keime und Amputationen unterstreicht die Schwere der Verletzungen und die Komplexität der medizinischen Behandlung. Gleichzeitig beleuchtet Grosser die sozialen und politischen Dimensionen des Konflikts, indem er die Rolle von Hilfsorganisationen wie Space-Eye hervorhebt, die den Betroffenen nicht nur medizinische Hilfe, sondern auch Unterkunft und Betreuung bieten.
Die Jury würdigt diese Reportage besonders, da sie auf beeindruckende Weise die humanitären Folgen des Krieges in der Ukraine sichtbar macht und zugleich die Bedeutung internationaler Solidarität betont.

Über den JOU

Seit 2010 würdigt der JOU jährlich herausragende Medienbeiträge zu orthopädisch-unfallchirurgischen Themen aus den Bereichen Print, Hörfunk, Fernsehen und Online. Der achtköpfigen Jury 2024 lagen 16 Bewerbungen vor. Der Siegerbeitrag erhielt eine Dotation von 4.000 Euro, an den Autor des Beitrages für den Sonderpreis gingen 1.000 Euro.
Der JOU-Jury 2024 gehörten an:

• Dr. Christina Berndt, Preisträgerin JOU 23
• Prof. Dr. med. Karsten E. Dreinhöfer, Juryvorsitzender sowie Chefarzt Orthopädie, Medical Park Berlin Humboldtmühle, Charité – Universitätsmedizin Berlin
• Janosch Kuno, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit BVOU
• Swetlana Meier, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit DGOU
• Katharina Singer, Preisträgerin JOU 23
• Prof. h.c. Dr. med. Almut Tempka, Stellvertretende Juryvorsitzende, Oberärztin, Centrum für Muskuloskelettale Chirurgie (CMSC), Charité – Universitätsmedizin Berlin
• Anna Wittchen, Geschäftsstelle des Bevollmächtigten der Bundesregierung für Pflege
• Yasmin Youssef, Junges Forum O und U (JFOU)

Der Bewerbungsschluss für den Journalistenpreis Orthopädie und Unfallchirurgie endete am 31. Juli 2024. Eingereicht werden konnten Beiträge, die zwischen dem 1. August 2023 und dem 31. Juli 2024 in einem deutschsprachigen Medium erschienen sind. Die Jury bewertete alle Beiträge in einem aufwendigen Sichtungsverfahren.

 

KHVVG: Verbesserungsgesetz wird zu Ambulante Versorgung Abschaffungsgesetz

Das Krankenhausversorgungsverbesserungsgesetz (KHVVG) hat das Potenzial, als Ambulante Versorgung Abschaffungsgesetz (AVAG) in die Geschichte einzugehen. Die Krankenhausreform hat den Bundestag passiert, und es steht fest, dass Kliniken schließen müssen. Die verbleibenden Krankenhäuser sind gezwungen, ihr Leistungsangebot neu zu strukturieren und werden vielfach Behandlungen streichen müssen. Doch die Frage bleibt: Wer kompensiert den unvermindert bestehenden Versorgungsbedarf?

„Man kann nur hoffen, dass das geplante KHVVG im Bundesrat in den Vermittlungsausschuss und damit auf den Sankt Nimmerleinstag verschoben wird und so nicht kommt“, äußert Dr. Burkhard Lembeck, Präsident des Berufsverbandes für Orthopädie und Unfallchirurgie (BVOU) e.V.  Für die ohnehin gebeutelte ambulante Versorgung wäre das ein Segen. In zu vielen der 51 Änderungsanträge stecken handwerkliche Fehler, die darauf hindeuten, dass viele von ihnen mit der heißen Nadel gestrickt sind.

Dringender Handlungsbedarf

Geplant sind unter anderem Änderungen bei den Hybrid-DRGs, also Operationen und Eingriffen, die sowohl in Krankenhäusern als auch in Praxen ambulant oder tagesstationär erbracht werden. Da die bisherigen Regelungen (§115f) unzureichend waren und die Ambulantisierung nicht voranbrachten, sah sich das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) gezwungen, Änderungen einzubringen (Nr. 7 KHVVG).,

Dr. Lembeck befürchtet jedoch, dass dies die Situation nur verschlimmern wird und den flächendeckenden Rollout bei den Eingriffen, die benötigte Ambulantisierung, verhindern wird. Die gewollte Reduktion der Krankenhausstandorte trifft somit auf eine gescheiterte Ambulantisierung – die perfekte Versorgungslücke! „Die Verschiebung des KHVVG wäre demnach nur zu begrüßen, um umfangreiche Nachbesserungen zu ermöglichen. Andernfalls wird das KHVVG zum AVAG – zum Ambulante Versorgung Abschaffungsgesetz“, ergänzt Dr. Lembeck.

Hilft die Klinikreform dabei, die Ambulantisierung voranzubringen, Dr. Vogel?

Die Klinikreform ist vom Bundestag beschlossen – wie reagiert jetzt der Bundesrat? Dr. Tobias Vogel, Orthopäde in München und Landesvorsitzender des Berufsverbands für Orthopädie und Unfallchirurgie in Bayern, zeigt sich im „ÄrzteTag“-Podcast äußerst unglücklich über die letzten Änderungen, die kurz vor der Abstimmung im Bundestag noch ins Gesetz gerutscht sind.

Vor allem die Öffnung der Krankenhäuser für fachärztliche ambulante Leistungen sei ein „echter Hammer“ gewesen. „In dieser Form kann das Gesetz nicht bleiben“, so Vogel, der einer von drei Kongresspräsidenten des am Dienstag (22. Oktober) beginnenden Deutschen Kongresses für Orthopädie und Unfallchirurgie (DKOU) in Berlin ist.

Gut 8.000 Orthopäden und Unfallchirurgen aus Krankenhäusern und aus Praxen würden zum Kongress wieder erwartet, so Vogel. Seine Erwartung: Das Thema Klinikreform werde in vielen Veranstaltungen heiß diskutiert werden. Und nicht nur diese Reform: Auch das Thema Ambulantisierung könnte neben den medizinischen „Hot Topics“ in den Vordergrund rücken, nachdem jetzt erste Erfahrungen mit ambulanten Operationen gemacht worden seien, die über Hybrid-DRG abgerechnet werden, wie Vogel im Podcast berichtet.

Bei der Ambulantisierung, so Vogel weiter, hinke Deutschland der Entwicklung in vergleichbaren Ländern hinterher. Er warnt aber davor, diese jetzt mit der Brechstange umzusetzen. Die erforderlichen Op-Kapazitäten müssten dafür aufgebaut werden, und es müssten auch genügend Fachärzte in Praxen arbeiten, damit die Wartezeiten nicht immer länger würden. Die Krankenhausreform führe zu einer weiteren Zentralisierung, es dürfe darüber aber nicht passieren, dass darüber die Versorgung in der Fläche weiter ausblute.

Im Gespräch berichtet Vogel über die ersten Erfahrungen in der Orthopädie mit den Hybrid-DRG und über die Probleme mit der Abrechnung, weil die Implantatkosten in die Hybrid-DRG inkludiert seien, was am Ende dazu führen könne, dass der Versorgungsstandard absinke, etwa, wenn Schrauben statt Platten als Implantate in der Fußchirurgie verwendet würden.

Nicht zuletzt berichtet Vogel auch kurz über die medizinischen Schwerpunkte des Kongresses und die neuen Möglichkeiten der KI und der Virtual Reality unter anderem für die Ausbildung, aber auch für die wissenschaftliche Publizistik. Der DKOU läuft noch bis zum 25. Oktober.

Quelle: aerztezeitung.de

DKOU 2024: Erleben Sie die SCS Bildgebung live

Stellen Sie sich vor, Sie könnten diagnostisch hochwertige 3-D-Schnittbilder in Sekundenschnelle erhalten und Ihren Patienten weitere Terminketten ersparen. Fertigen Sie bei minimaler Strahlenbelastung multiplanare Aufnahmen sowohl entlastet als auch unter natürlicher Körperbelastung an und profitieren Sie von hochauflösenden, planungssicheren Ergebnissen.

 

Vom 22. bis zum 25. Oktober findet der DKOU 2024 in Berlin statt und wir laden Sie herzlich ein, uns all Ihre Fragen rund um die medizinischen, technischen und wirtschaftlichen Aspekte der eigenständigen SCS Bildgebung für die O&U zu stellen.

In Halle 2.2 am Stand 89 sind wir für Sie da und freuen uns, Ihnen die Möglichkeiten unserer Lösung zu zeigen, die sowohl praktisch als auch wirtschaftlich überzeugen.

Sie können gerne schon vorab einen Termin für eine persönliche Beratung während des Kongresses buchen. Wir sind schon gespannt auf ein persönliches Kennenlernen und auf tiefgreifende, interessante Gespräche.

Schreiben Sie uns hierzu eine E-Mail an beratung@myscs.com oder füllen Sie das Kontaktformular aus.

OrthoChat: Neue Wege in der Patientenberatung durch Künstliche Intelligenz

Orthinform, das Patienteninformationsportal des Berufsverbandes für Orthopädie und Unfallchirurgie e.V. (BVOU) erweitert seine Funktionen um den neuen Chatbot OrthoChat, der durch Künstliche Intelligenz (KI) die Patientenberatung im Bereich der muskuloskelettalen Erkrankungen verbessern soll. Patienten erhalten dadurch eine erste KI-unterstützte Einschätzung zu gesundheitlichen Fragen rund um den Bewegungsapparat – auch mitten in der Nacht oder am Wochenende.

Hintergrund und Entwicklung

Muskuloskelettale Erkrankungen gehören weltweit zu den häufigsten Gesundheitsproblemen und stellen die Gesundheitssysteme vor große Herausforderungen. „Mit der Digitalisierung suchen immer mehr Patienten online nach Informationen, bevor sie den Arzt konsultieren“, stellt PD Dr. Anna Völker vom OrthoChat-Entwicklerteam fest.

„Die Plattform Orthinform hat sich in den letzten Jahren als vertrauenswürdige Quelle für orthopädische und unfallchirurgische Informationen etabliert. Mit monatlich ca. 250.000 Besuchern hat sich das Portal zu einer festen Informationsquelle zu Gesundheit und Erkrankungen des Bewegungsapparats entwickelt“, ergänzt Dr. Jörg Ansorg, Geschäftsführer des BVOU.

„Mit der Entwicklung des OrthoChat Chatbots verbessern wir die Benutzererfahrung und stellen sicher, dass Patientinnen und Patienten leicht auf relevante Informationen zugreifen können, ohne die Bedeutung einer persönlichen ärztlichen Beratung zu mindern“, erläutert PD Dr. Anna Völker. „Der Chatbot bietet keine individuellen Diagnosen oder Therapieempfehlungen, sondern fungiert als ergänzende Informationsquelle, die Nutzer darin unterstützt, informierte Entscheidungen zu treffen und im Zweifelsfall eine ärztliche Konsultation wahrzunehmen.“

Technische Details

Ihr Kollege Dr. David Baur erklärt: „Der neu entwickelte Chatbot nutzt moderne aber bereits etablierte KI-Technologien, um Orthinform-Besuchern eine erste Einschätzung und präzise Informationen zu muskuloskelettalen Erkrankungen zu bieten.“

Der Chatbot nutzt eine Methode namens „Retrieval-Augmented Generation“ (RAG). Dies bedeutet, dass die künstliche Intelligenz die allgemeinen Sprachfähigkeiten eines großen Sprachmodells mit spezifischem Wissen aus einer eigenen Datenbank kombiniert. Diese Vector-Datenbank wurde mit den Inhalten von Orthinform und weiteren Quellen, auf die der BVOU Zugriff hat, erstellt. So kann der Chatbot sowohl allgemeine Sprachkompetenzen nutzen als auch gezielte Informationen aus vom BVOU kuratierten medizinischen Quellen liefern.

Der Chatbot verarbeitet Anfragen in drei Schritten, um genaue und kontextbezogene Antworten bereitzustellen, die auf diesen verifizierten Quellen basieren.

  1. Anfrageverarbeitung: Umwandlung der Nutzeranfrage in einen Vektor.
  2. Vektorbasierte Suche: Abruf der relevantesten Dokumente aus der Vektordatenbank.
  3. Antwortgenerierung: Erstellung einer präzisen Antwort basierend auf den abgerufenen Informationen.

Abschließend wird das Ergebnis mithilfe von ChatGPT 4o, einer Version des KI-Modells von OpenAI, in eine allgemeinverständliche Antwort transformiert und dem Nutzer ausgegeben. Hierbei hat der Chatbot zudem Wissen über die bereits gestellten Fragen und kann im Gesamtkontext auf immer präziser formulierte Fragen eingehen.

Multilinguale Medizinische Beratung durch OrthoChat

Der Chatbot bedient Nutzer nicht nur auf Deutsch, sondern in über 50 europäischen und internationalen Sprachen. Alle Antworten werden in der Sprache generiert, mit der die Frage an OrthoChat gestellt wurde. Für seine Antworten greift OrthoChat immer auf dieselbe, hochspezialisierte Wissensdatenbank zurück. So kann OrthoChat auch ausländischen Nutzern und Patienten mit Migrationshintergrund eine wertvolle Hilfe zum Verständnis medizinischer Zusammenhänge sein.

Ärzte und Praxismitarbeiter sowie Angehörige können OrthoChat als Unterstützung zur Überwindung der Sprachbarriere einsetzen und sicherstellen, dass Informationen des Arztes vom Patienten sicher verstanden werden. Kolleginnen und Kollegen können ihre Patienten und deren Angehörige gezielt auf Orthinform hinweisen und beispielsweise nach einem Therapie- oder Aufklärungsgespräch empfehlen, sich noch einmal über OrthoChat in der Muttersprache mit der eigenen Erkrankung und den besprochenen Therapieoptionen auseinanderzusetzen. Die Antworten von OrthoChat sind in fremden Sprachen ebenso präzise und korrekt, wie im deutschen Original.

Über Orthinform

Orthinform ist ein spezialisiertes Patienteninformationsportal, das vom Berufsverband für Orthopädie und Unfallchirurgie e.V. (BVOU) betrieben wird. Es dient als zentrale Anlaufstelle für Patienten und Angehörige, die Informationen über orthopädische und unfallchirurgische Erkrankungen sowie deren Prävention und Behandlung suchen. Das Portal bietet eine Vielzahl von Funktionen, die darauf abzielen, Patienten mit fundierten, allgemein verständlichen Fachinformationen zu versorgen und bei der Suche nach dem richtigen Facharzt in seiner Region zu unterstützen.

Internet:        www.orthinform.de

Podcast:         https://orthinform.de/orthocast
und auf Spotify, Apple Podcasts, Deezer, Amazon Music u.a. Plattformen

KI-Chatbot:    https://orthinform.de/orthochat

Über den BVOU:

Der Berufsverband für Orthopädie und Unfallchirurgie e.V. (BVOU) ist die berufspolitische Vertretung für mehr als 7.000 in Praxis und Klinik tätige Kollegen und Kolleginnen. Der BVOU setzt die beruflichen Interessen seiner Mitglieder durch, indem er zum Vorteil der Patienten und des Gemeinwohls gemeinsam mit den wissenschaftlichen Gesellschaften den Standard orthopädisch-unfallchirurgischer Versorgung entwickelt, die politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen prägt und dadurch die öffentliche Wahrnehmung seiner Mitglieder als Experten für orthopädisch-unfallchirurgische Versorgung gestaltet.

Kontakt bei Rückfragen:
Janosch Kuno
Straße des 17. Juni 106 – 108
10623 Berlin
presse@bvou.net

Differenzierte Röntgendiagnostik am Hüftgelenk

Die konventionelle Röntgenbildgebung in 2 Ebenen ist nach wie vor unverzichtbarer Bestandteil der Diagnostik von Hüftpathologien. In der spezialisierten hüftchirurgischen Praxis stellen sich heute jedoch viele Patienten mit bereits vorliegenden MRT-Aufnahmen vor, ohne dass vorab eine konventionelle Röntgendiagnostik durchgeführt worden wäre. Zwar ist die Kernspintomografie ein strahlenfreies Verfahren, welches eine Vielzahl an Informationen zu Knorpel, Knochen und Weichteilen liefert. Eine vollständige Diagnostik kann jedoch nur in Kombination mit konventionellen Röntgenbildern erfolgen, welche wichtige Informationen über Gelenkform und Gelenkstellung, Gelenkspaltweiten, Spongiosa- und Kortikalisstruktur, Verkalkungen und Weichteilschatten sowie die Beckenmorphologie liefern. So werden die morphologischen Kriterien von Normbefund und Formabweichung vornehmlich über das konventionelle Röntgen definiert. Ziel des Beitrags ist daher eine praxisnahe Übersicht über die konventionelle Röntgendiagnostik des Hüftgelenkes beim Erwachsenen. Grundlage der Beurteilung von Röntgenbildern ist die subtile Kenntnis der Anatomie. Nur damit kann die komplexe 3D-Anatomie, welche radiologisch auf ein 2D-Bild subsummiert wird, korrekt beurteilt werden. Gerade für die adäquate Befundung von Formstörungen muss sich der Beurteiler bewusst sein, dass die Bilder durch die Strahlenquelle (punktförmig mit konischem Strahlengang), den Fokus-
Film-Abstand, die Zentrierung und Ausrichtung des Zentralstrahls sowie die Beckenorientierung beeinflusst werden.

Röntgen Beckenübersicht: Stehend oder liegend?

Das Beckenübersichtsröntgen stellt die wesentliche Untersuchung bei Hüftpathologien dar. Je nach Fragestellung wird eine normal zentrierte oder eine tiefe Beckenübersichtsaufnahme angefertigt. Bei der normalen Beckenübersichtsaufnahme wird der Zentralstrahl anhand der Verbindungslinie der Spina iliaca anterior superior und der Oberkante der Symphysis pubis ausgerichtet. Die Beine werden 15 Grad nach innen rotiert und der Film-Fokus-Abstand beträgt 120 cm. Je nach Fragestellung sollte ggf. sogar auf Strahlenprotektoren verzichtet werden, um die Orientierung des Beckens und dabei speziell die Beckenkippung beurteilen zu können. Diese Empfehlung deckt sich mit der S3-Leitlinie Koxarthrose (zuletzt aktualisiert 2019). Nur bei einsehbarem Os sacrum, Os coccygis sowie einsehbarer Symphyse und symmetrischen und ovalär dargestellten Foramina obturatoria (Abb. 1) ist eine Beurteilung der korrekten Rotation und Kippung des Beckens und damit auch der Azetabulumorientierung möglich. Sind die Foramina obturatoria schlitzförmig, so ist das Becken nach ventral verkippt (Abb. 2), bei rundlicher Darstellung zeigt sich eine Dorsalkippung des Beckens und bei asymmetrischer Darstellung eine seitliche Rotation. Bei derartig pathologisch verkippten Beckenstellungenwird auch eine weitere Abklärung des lumbopelvinen Komplexes empfohlen, um ggf. parallel vorliegende Pathologien der LWS abzuklären.

Prinzipiell kann die Untersuchung sowohl stehend als auch liegend angefertigt werden. Wichtig ist zu wissen, dass die Beckenkippung im Stehen häufig etwas anders ist als im Liegen, da das Becken im Stehen durchschnittlich 5° nach dorsal verkippt positioniert wird. Dadurch wird die projizierte Anteversion der Hüftpfanne etwas vergrößert. Größere Abweichungen in beide Richtungen sind jedoch möglich. Vorteil der Liegendaufnahme ist insbesondere, dass die meisten publizierten Referenzwerte und Referenzwinkel (z. B. Retroversionsindex und Cross-over-Zeichen, Posterior-wall-Index, Ischial-Spine-Zeichen, lateraler Centrum-Erker-Winkel, etc.) für eine Vermessung des Beckens und der Hüftgelenke auf Untersuchungen der Patienten im Liegen beruhen. Zudem bringt die Aufnahme im Liegen Vorteile für die OP-Planung und die radiologische Kontrolle während und nach der Operation, da die Vergleichbarkeit mit intraoperativen Aufnahmen in Rückenlage gegeben ist und auch bei Nachuntersuchungen, bei denen eine Belastung der operierten Extremität noch nicht möglich ist, eine standardisierte Vergleichbarkeit
vorhanden ist.

Zur Planung und zur Kontrolle von Hüftprothesen wird eine tiefzentrierte Beckenübersichtsaufnahme angefertigt, bei welcher der Zentralstrahl auf die Symphyse zentriert ist und damit auch das coxale Femurende ausreichend weit abgebildet ist (Abb. 2). Wichtig ist dabei die korrekte Platzierung der Referenzkugel, welche gleich weit vom Röntgenfilm entfernt sein muss wie die Hüftköpfe. Eine tiefe Zentrierung vergrößert im Vergleich zur normalen Beckenübersichtsaufnahme die projizierte acetabuläre Anteversion, weshalb die tiefzentrierte Beckenübersichtsaufnahme nur eingeschränkt für die Beurteilung der acetabulären Anteversion eines nativen Gelenkes geeignet ist.

Röntgen der Hüfte anterior-posteror: Indikationen und Limitationen

Bei der Röntgenaufnahme der Hüfte a.p. ist der Zentralstrahl direkt aufs Hüftgelenk und nicht auf das Zentrum des Beckens zentriert, vergleichbar wie bei der Bildwandleraufnahme der Hüfte. Es wird nur eine Hüfte abgebildet. Daher erscheint die Anteversion der Pfanne größer als auf einer Beckenübersichtsaufnahme. Die Röntgenaufnahmen der Hüfte a.p. sind insofern nicht zur Beurteilung der Morphologie des Beckens und der Morphologie der Hüftgelenke geeignet, da eine pathologische Beckendrehung und -kippung nicht beurteilt werden kann. Die Indikation für Röntgenaufnahmen der Hüfte a.p. besteht vor allem bei Untersuchungen des coxalen Femurendes, bei Verlaufskontrollen – wie zum Beispiel bei Hüftkopfnekrose, sowie bei anderen Untersuchungen der Hüfte, bei welchen die Beckenorientierung nicht berücksichtigt werden muss. Vorteilhaft ist die geringere Strahlenbelastung verglichen mit einer Beckenübersicht.

Laterales Röntgen der Hüfte: welche Aufnahme für welche Fragestellung?

Die seitliche Röntgenaufnahme der Hüfte wird ebenfalls im Liegen angefertigt und ist essenzieller Bestandteil der radiologischen Diagnostik. Axiale Aufnahmen dienen der Beurteilung des Hüftkopfes, der vorderen und hinteren Schenkelhalskortikalis sowie der Verschiebung des proximalen Femurs bei Epiphysiolysis oder Frakturen. Im Wesentlichen unterscheidet man dabei seitliche Aufnahmen, die durch Flexion und Abduktion in der betroffenen Hüfte im a.p.-Strahlengang angefertigt werden (z. B. Lauenstein („frog-leg lateral)) und Aufnahmen, welche bei gestreckter betroffener Hüfte und flektierter gegenüberliegender Hüfte mit seitlichem Strahlengang angefertigt werden („cross-table lateral“, Dunn-Rippstein, etc.).

Häufigstes Beispiel der axialen Röntgenaufnahme ist die Aufnahme nach Lauenstein (englisch „frog-leg lateral“), bei welcher die betroffene Hüfte um 45 Grad flektiert und 45Grad abduziert wird, das Knie ist 90° gebeugt. Man erreicht dadurch eine gute Darstellung des Hüftkopfes mit Schenkelhals, wobei jedoch der Trochanter major hinter den Schenkelhals projiziert wird. Dadurch wird manchmal die Abbildung der vorderen Schenkelskortikalis – welche beispielsweise zur Beurteilung eines femoroazetabulären Impingementsyndroms wichtig ist – überlagert. Vorteil der „cross-table“ Aufnahmen ist demgegenüber die überlagerungsfreie Darstellung des Schenkelhalses, welches in der Beurteilung von cam-Morphologie bei femoroazetabulären Impingementsyndrom bedeutsam ist, sowie die Untersuchungsmöglichkeit auch bei sehr schmerzhaften, traumatisierten Hüften. Nachteil ist die im Vergleich zur Lauenstein-Aufnahme höhere Strahlenbelastung.

Spezialaufnahmen für besondere Fragestellungen – Faux profil, Ala und Obturator, Funktionsaufnahmen

Für das Hüftgelenk existieren diverse Spezialaufnahmen, durch welche differenzierte Fragestellungen beantwortet werden können. Relevant sind dabei insbesondere die Faux profil Aufnahme nach Lequesne, die Ala- und Obturator-Aufnahmen sowie Funktionsaufnahmen. Früher häufig durchgeführte Aufnahmen wie die Hüftkopfaufnahmen nach Schneider zur Beurteilung einer Hüftkopffraktur sowie die Rippsteinaufnahmen zur Beurteilung der Schenkelhalsantetorsion wurden durch die inzwischen sehr gute Verfügbarkeit und deutliche höhere Genauigkeit von MRT und CT abgelöst. Insbesondere zur Diagnostik der femoralen Antetorsion sollte bei den häufig sehr jungen Patienten eine Rotationsanalyse mittels MRT erfolgen, welche strahlungsfrei ist und eine hohe Genauigkeit zeigt. Wichtig ist dabei die Angabe des angewandten Messverfahrens, da diverse unterschiedliche Messverfahren existieren welche auch unterschiedliche Grenzwerte haben.

Die Faux profil-Aufname liefert im Vergleich zur Beckenübersichtsaufnahme zusätzliche Informationen zur Gelenkspaltweite ventral und dorsal, sodass insbesondere in der Diagnostik der zentralen Koxarthrose mit dorsaler Gelenkspaltverschmälerung die häufig in der a.p. Aufnahme unterschätzte Degeneration und Gelenkspaltverschmälerung besser dargestellt werden kann (Abb. 3). Zusätzlich zeigt die Aufnahme ein gutes Bild der Spina iliaca anterior inferior, welche bei pathologischer Prominenz ursächlich für ein subspinales Impingement sein kann. Die ventrale Hüftkopfüberdachung kann ebenfalls gemessen werden, diese kann jedoch anhand der Projektion des vorderen Pfannenrandes auch in der Beckenübersicht beurteilt werden. Im täglichen Gebrauch wurde die Faux-profil Aufnahme zwar weitgehend von der MRT abgelöst, bei deutlicher Coxarthrose wie in Abbildung 3 zu sehen kann häufig jedoch auf eine weitere MRT-Diagnostik verzichtet werden.

Gerade im unfallchirurgischen Alltag besitzen die Ala- und Obturatoraufnahme sowie ggf. ergänzend die Inlet- und Outlet- Aufnahme des Beckenrings nach wie vor eine wesentliche Bedeutung in der Behandlung von Azetabulum- und Beckenfrakturen, da die entsprechenden radiologischen Einstellungen auch während einer Operation zur Kontrolle von Reposition und Osteosynthese verwendet werden. Zwar wird die Primärdiagnostik im Wesentlichen durch eine Computertomografie bestimmt, für die intraoperative Beurteilung und auch postoperative Nachkontrollen haben die genannten Spezialaufnahmen jedoch nach wie vor ihren Stellenwert. In der orthopädischen Praxis kann eine Ala- und Obturatoraufnahme ergänzend zur Primärdiagnostik von Azetabulumverletzungen durchgeführt werden, wobei ein sicherer Ausschluss von Frakturen auch anhand dieser Aufnahmen nicht gewährleistet ist und die Sensitivität einer Computertomografie oder – bei Ermüdungsfrakturen und Insuffizienzfrakturen – der MRT-Diagnostik deutlich unterlegen ist.

Abschließend sind gerade für die gelenkerhaltende Hüftchirurgie noch die Funktionsaufnahmen als nach wie vor relevante Bausteine der Diagnostik zu nennen. So zeigt sich beispielsweise bei der Hüftdysplasie häufig eine Dezentrierung des Hüftkopfes mit deutlicher Verschmälerung des Gelenkspaltes am Pfannenerker. Funktionsaufnahmen in Abduktion und ggf. auch Innenrotation zeigen häufig eine bessere Zentrierung des Hüftkopfes, und helfen damit zwischen echter Gelenkspaltverschmälerung und Subluxation zu differenzieren. Funktionsaufnamen liefern damit wichtige Hinweis zu den Erfolgschancen bei korrigierender gelenkerhaltender Hüftgelenkchirurgie mittels Beckenosteotomie und/oder Femurosteotomie.

Lumbopelvines Alignment und pelvic tilt

Das lumbopelvine Alignment und der „pelvic tilt“ spielen eine entscheidende Rolle für die biomechanische Balance des Körpers. Das lumbopelvine Alignment beschreibt die statische Ausrichtung der Lendenwirbelsäule (LWS) im Verhältnis zum Becken und kann entsprechend mit seitlichen Röntgenaufnahmen untersucht werden. Eine Fehlstellung kann zu Problemen wie Rückenschmerzen oder Fehlbelastungen führen sowie bei künstlichen Hüftgelenken das Luxationsrisiko vergrößern.

Der pelvic tilt bezeichnet die Neigung des Beckens nach vorne (anterior) oder hinten (posterior). Ein nach vorne gekipptes Becken (anteriorer Tilt) führt zu einer vermehrten Lordose (Krümmung) der Lendenwirbelsäule, während ein nach hinten gekipptes Becken (posteriorer Tilt) die Lordose abflacht. Beide Parameter stehen in engem Zusammenhang zueinander und können sowohl durch Bewegungseinschränkungen der LWS als auch Einsteifungen der Hüftgelenke bedingt sein (Abb. 4). Seitliche Röntgenaufnahmen der Lendenwirbelsäule und des Beckens im Stehen, Sitzen und Liegen ermöglichen die Darstellung und Messung dieser Neigungen. Anhand von Landmarken wie dem Sakralwinkel (sacral slope), der Beckeninklination (pelvic tilt) und dem lumbosakralen Winkel kann der Zustand des lumbopelvinen Alignments beurteilt werden. Dies hilft, Fehlstellungen zu identifizieren und eine gezielte Therapie zu planen.

Mit modernen 3D-Bildgebungsverfahren wie der Digitalen Volumentomographie (DVT) oder dem EOS-System eröffnen sich neue Möglichkeiten, das lumbopelvine Alignment noch präziser zu analysieren. Diese Verfahren bieten im Vergleich zu konventionellen Röntgenaufnahmen eine deutlich verbesserte Darstellung der anatomischen Strukturen in drei Dimensionen, wodurch eine umfassendere Beurteilung der lumbopelvinen Ausrichtung möglich wird. Welche Parameter hier klinische Relevanz besitzen und welche therapeutischen Konsequenzen sich daraus ergeben ist Bestandteil einer Vielzahl aktueller Studien und würde den Rahmen des vorliegenden Beitrags sprengen.

Schlussfolgerung

Die differenzierte Röntgendiagnostik des Hüftgelenks ist nach wie vor ein essenzieller Bestandteil der Diagnostik von Hüftpathologien, der tiefgehendes anatomisches Wissen und ein umfassendes Verständnis der verschiedenen Pathologien erfordert. Standardisierte Projektionen sind die Beckenübersicht sowie die axiale Darstellung des Hüftgelenkes. Zusätzliche spezielle Aufnahmen können je nach Fragestellung wertvolle Informationen zur Diagnose und Therapieplanung liefern. Durch eine sorgfältige Interpretation der Röntgenbilder kann meist bereits vor Durchführung einer MRT eine Diagnose gestellt und somit frühzeitig eine optimale Behandlung für den Patienten eingeleitet werden.

Prof. Dr. Hans Gollwitzer
ECOM – Praxis für Orthopädie,
Sportmedizin und Unfallchirurgie
Arabellastraße 17
81925 München

Prof. Dr. Patrick Weber
ECOM – Praxis für Orthopädie,
Sportmedizin und Unfallchirurgie
Arabellastraße 17
81925 München

Dr. Christian Gatzka
Hamburger Hüftmanufaktur

Was will der Nachwuchs – Und was kann er?

Der Wettbewerb und die besten Nachwuchstalente tobt in allen Branchen in Deutschland. Der Fachkräftemangel treibt das Problem ebenso an wie der demografische Wandel. Es müssen immer mehr erfahrene Mitarbeiter durch junge Talente ersetzt werden. Und die benötigen Zeit und die richtige Führung, um die entstehenden Lücken mit Enthusiasmus und Leistung auszufüllen.

Das Problem besteht sowohl beim Medizinernachwuchs, als auch in der Hightech-Branche. In einer ganz besonderen Highlight-Sitzung am letzten Tag des DKOU-Kongresses 2024 wollen wir uns sowohl die Wünsche und Bedürfnisse des Nachwuchses in Orthopädie und Unfallchirurgie ansehen, als auch über den Tellerrand hinausschauen.

Als Keynote-Referentin konnten wir Alice Wrede aus Berlin gewinnen. Sie ist Head of Talent Acquisition bei Scout24, einem der führenden Digitalunternehmen in Deutschland. Sie weiß bestens, welche Herausforderungen in der Zusammenarbeit mit jungen Berufsanfängern aus Generation Z und Co. zu meistern sind.

 

In der Session werden außerdem drei aktuelle Untersuchungen zum Nachwuchs in Orthopädie und Unfallchirurgie vorgestellt:

  1. Geschlechterbalance in O&U
  2. Chefarzt in O&U nur mit Habilitation?
  3. Bedeutung der Work-Life-Balance in O&U

 

Die Sitzung endet mit einer hochkarätig besetzten Podiumsdiskussion. Seien Sie dabei, diskutieren Sie mit und lassen Sie sich von den Erfahrungen aus einem der erfolgreichsten Digitalunternehmen Deutschlands inspirieren. Neue Wege bieten bessere Persepktiven!

Sitzung: Nachwuchs: Was geht bei Millenials, GenZ und Alphas?

Zeit:        Fr. 25.10.2024, 15:00 – 16:00

Saal:       New York 3 auf dem DKOU 2024

 


 

Zur Generation Z zählen Personen, die ab 1995 geboren sind. Diese Gruppe stellt einen bedeutenden Anteil der aktuellen Medizinstudierenden dar und wird in den kommenden Jahren verstärkt in die ärztliche Weiterbildung eintreten oder befindet sich bereits dort. Gegenwärtig haben Kliniken und Praxen, insbesondere in der Orthopädie und Unfallchirurgie, einen erheblichen Personalbedarf. Ein wichtiger Grund ist die Überalterung der chirurgischen Ärzteschaft. Hier lag das Durchschnittsalter zuletzt bei 54 Jahren. Rund 30% der niedergelassenen Vertragsärztinnen und -ärzte waren über 60 Jahre alt (1).

Ein Spannungsfeld, in dem nun vieles aufeinandertrifft. Selten war eine Generation an jungen Medizinerinnen und Medizinern so vielen Vorurteilen über sich ausgesetzt wie diese. Man sei die “Generation Smartphone”, habe große Ansprüche und eine kleine Aufmerksamkeitsspanne. Diese trifft auf Führungskräfte, die größtenteils der Generation der Baby-Boomer angehören. Diese lebten, um zu arbeiten und Begriffe wie Teilzeit und Work-Life-Balance seien ihnen fremd – so das Vorurteil. Die große Frage, die sich nun in Kliniken und Praxen stellt: Was und wie genau möchte die Generation Z eigentlich arbeiten? Und kann hierbei der ambulante Bereich vielleicht diesen Bedürfnissen nachkommen?

Generation Z – Vorurteile und Wirklichkeit

Mit der Generation Z tritt eine Vielzahl junger, motivierter Ärztinnen und Ärzte in den Beruf ein, diese werden jedoch häufig als wenig belastbar, unkooperativ, hochgradig fordernd und mit mangelnder Arbeitsmoral beschrieben (2).

Soziologinnen und Soziologen halten diese Vorwürfe jedoch größtenteils für ungerechtfertigt. Die junge Generation hat das Potenzial, die Medizin zukunftsweisend zu gestalten. Die genannten Vorurteile treffen, wenn überhaupt, nur auf eine Minderheit dieser Generation zu. Laut dem deutschen Generationenforscher Prof. Hurrelmann zeigt ein Großteil eine hohe Arbeitsmotivation und das Bestreben, Erfolge zu erzielen. Das Interesse an Führungspositionen unterscheidet sich nicht von ihren Vorgängerinnen und Vorgängern. Allerdings zeigt sich eine Ablehnung starrer hierarchischer Strukturen. Eine überwiegend männliche, ältere Generation, die über Jahrzehnte die Medizin geprägt hat, trifft auf eine jüngere, zunehmend weibliche Generation. Die Forderungen nach besseren Arbeitsbedingungen, flexiblen Arbeitszeiten und einer Viertagewoche stoßen teils auf Unverständnis, da solche Veränderungen früher oft erst hart erkämpft werden mussten. Eine pauschale Ablehnung dieser Forderungen wird jedoch höchstwahrscheinlich keine Lösung des Konflikts herbeiführen. Die Generation Z verfügt über eine starke Verhandlungsposition auf dem Arbeitsmarkt, da ein erheblicher Personalmangel herrscht und gut ausgebildete Medizinerinnen und Mediziner rar werden (3). Die Anliegen und Forderungen sollten ernst genommen werden. Innerhalb dieser Generation gibt es viele engagierte Studierende und angehende Ärztinnen und Ärzte mit neuen Ideen und dem Bestreben, etwas zu bewegen. Eine Kooperation zwischen den Generationen und die Anpassung an moderne Arbeitsanforderungen sind unerlässlich, um den Herausforderungen der Zukunft gewachsen zu sein.

Facharztweiterbildung im ambulanten Bereich

Der ambulante Sektor wird eine zunehmend wichtige Rolle in der Facharztweiterbildung für O und U spielen. Für ein umfassendes Verständnis der Patientenbetreuung, insbesondere bezüglich Prävention, Nachsorge und konservativer Therapie von orthopädischen und unfallchirurgischen Erkrankungen ist die Einbindung der ambulanten Medizin in die Weiterbildung essenziell und bietet zahlreiche Vorteile. Sie ermöglicht angehenden Fachärztinnen und -ärzten, ein breiteres Patientenspektrum kennenzulernen und Therapieentscheidungen langfristig zu begleiten. Ferner können konservative Therapiemethoden vertieft und erprobt werden, die in der stationären Akutversorgung oft zu kurz kommen. Nicht zuletzt bietet die Aus- und Weiterbildung in der eigenen Praxis die Möglichkeit, eine qualifizierte Nachfolge für die Praxisübernahme zu gewinnen.

Bisher können Weiterbildungsassistentinnen und -assistenten bis zu sechs Monate des „Common Trunks“ und zusätzlich bis zu zwölf Monate des „Special Trunks“ im ambulanten Bereich absolvieren. Die Organisation dieser Rotationen muss aktuell allerdings fast immer selbst erfolgen und ist häufig mit einem Arbeitgeberwechsel verbunden, da die Weiterbildung aktuell arbeitsplatzbasiert organisiert ist. Vor dem Hintergrund, dass zukünftig durch die anstehende Krankenhausreform wahrscheinlich mit zunehmender Zentralisierung und Ambulantisierung nicht mehr alle Weiterbildungsinhalte und Richtzahlen bei einem Arbeitgeber zu erreichen sind, ist die Etablierung von Verbundweiterbildungen wie sie kürzlich in einem interdisziplinären Positionspapier der Jungen Foren der chirurgischen Fachgesellschaften unter der Mitarbeit des Jungen Forums O und U gefordert wurden, unumgänglich (4). Damit einhergehen muss auch die Einführung einer adäquaten Vergütung für das Angebot einer chirurgischen Weiterbildung, da es sonst für Praxisinhaberinnen und -inhaber unattraktiv bleibt, Zeit und Geld in die ressourcenintensive Weiterbildung zu investieren.

Welches Potenzial bietet der ambulante Bereich für unsere Generation?

Bereits für Medizinstudierende erweist sich der ambulante Bereich in O und U als besonders attraktiv. Verschiedene Aspekte sprechen gezielt die Bedürfnisse und Wertvorstellungen der aktuellen Generation Studierender an.

Ein prägender Gesichtspunkt ist der Personalmangel in den Kliniken, welcher die Qualität der Lehre bereits im Studium beeinträchtigt. Dieser Umstand steigert das Bedürfnis der Studierenden nach individueller Betreuung sowie direktem Feedback durch Mentorinnen und Mentoren. In der ambulanten Versorgung ermöglichen die oft persönlichen und direkten Beziehungen zu den Lehrenden sowie flache Hierarchien nicht nur ein verbessertes Lern- und Arbeitsklima, sondern sorgen auch für eine nachweislich bessere Lehre (5).

Ein weiterer wesentlicher Vorteil liegt in der besseren Work-Life-Balance, sowie den damit verbundenen Arbeitsbedingungen. Im niedergelassenen Bereich besteht häufig die Möglichkeit, Arbeitszeiten flexibler zu gestalten, was berufliche Verpflichtungen besser mit persönlichen Interessen und Bedürfnissen vereinbar macht. Diese Flexibilität, verbunden mit einem höheren Maß an Selbstbestimmung und Beteiligung an Entscheidungsprozessen, erhöht die Lebensqualität und reduziert arbeitsbedingte Stressbelastung.

Insgesamt vereint der ambulante Bereich in O und U viele Aspekte, die gezielt auf die Bedürfnisse und Werte der Generation Z eingehen. Persönliche Betreuung, praxisnahe Ausbildung, flexible Arbeitsbedingungen und selbstbestimmtes Arbeiten machen diesen Fachbereich besonders attraktiv. Diese Vorteile ermöglichen eine Medizin, die den Ansprüchen der kommenden Ärztegeneration gerecht wird. Der Nachwuchs für unser Fach kann hier durch das Angebot von strukturierten Weiterbildungskonzepten, die eine attraktive Perspektive in O und U eröffnen, gewonnen werden.

Marvin Berger, Dresden (Medizinstudent, AG Berufspolitik YOUngsters), Lilly Albertsen,  Greifswald (Medizinstudentin, AG Berufspolitik YOUngsters), Moritz Lenz, Hamburg (Arzt in Weiterbildung, Ansprechpartner YOUngsters), Moritz Bäumken, Münster (Medizinstudent, Ansprechpartner YOUngsters)

Quellen:
Kassenärztliche Bundesvereinigung (2024), Zugriff am 20.07.2024. https://gesundheitsdaten.kbv.de/cms/html/16397.php
Hellmann, W. (2021). Chirurgie hat Zukunft: Innovative Aus- und Weiterbildung als Erfolgsfaktor. essentials. Springer Gabler Wiesbaden. https://doi.org/10.1007/978-3-658-33829-9
Hurrelmann, Klaus (2024). „Warum die Generation Z nicht um jeden Preis Karriere machen will.“ Interview mit Julia Beil, Handelsblatt. Zugriff am 17. Juli 2024. https://www.handelsblatt.com/karriere/generation-z-warum-die-gen-z-nicht-um-jeden-preis-karriere-machen-will/100033617.html
Schlottmann F, Drossard S, Dey Hazra M, Blank B, Herbolzheimer M, Mulorz J, et al. Challenges and options for advanced training in surgery: An interdisciplinary position paper against the background of the hospital structural reform in Germany. Chirurgie (Germany) 2024;95:539–45.
Entezami P, Franzblau LE, Chung KC. Mentorship in surgical training: a systematic review. Hand (N Y). 2012 Mar;7(1):30-6. doi: 10.1007/s11552-011-9379-8. Epub 2011 Nov 29. PMID: 23448749; PMCID: PMC3280364.

RhefO-Kurs im neuen Format erstmals in Süddeutschland – jetzt in Berlin

Vom  25. bis 26. April fand erstmals im Kongresshaus in Baden–Baden das Abschlussseminar des neugestalten RhefO-Curriculums statt, nun nach der Premiere in Berlin vom 27. bis 28. Oktober 2023 zum zweiten Mal.

19 Teilnehmer vornehmlich aus Süddeutschland und aus Österreich reisten zu dieser Veranstaltung an, die für maximal 20 Teilnehmer ausgelegt ist. Insbesondere die Diskussionen mit unseren Wiener Kollegen und Kolleginnen haben wir als sehr informativ empfunden und uns ausdrücklich über die länderübergreifende Teilnahme gefreut.

Das neu gestaltete RhefO-Curriculum wurde zum zweiten Mal von der gemeinsamen Akademie AOUC organisiert und teilte sich in einen Online-Teil, ein Webinar und den besagten zweitätigen Präsenzkurs in Baden-Baden parallel zur Tagung der Vereinigung Süddeutscher Orthopäden e.V. (VSOU).

Aufbau des neuen Kursformats

Der zweitätige Präsenzkurs incl. Abschlusstestat  wurde in bewährter Weise von den drei orthopädischen Rheumatologen Dr. Monika Schulze-Bertram, Falkensee, Dr. Klaus Thierse, Berlin und Dr. Wolfgang Böker, Lüneburg, geleitet.

Zusätzlich waren noch der Unfallchirurg Dr. Jörg Schmidt, Reha Assist, Berlin und Dr. Christoph Kuhn, internistischer Rheumatologe und Immunologe aus Karlsruhe, tätig. Letzterer hatte sozusagen einen Heimvorteil, sowie Dr. Arbogast, CA Rheumaorthopäde in Oberammergau, in bewährter Weise tätig. 

Bei dem Seminar wurden die entzündlich rheumatischen Erkrankungen mit Betonung auf RA, PsA und SpA nochmals systematisch vorgestellt, und im praktischen Teil in Kleingruppen anschließend die Erhebung der Anamnese, die Erstellung der Functional Assessments mittels Scores sowie die bildgebende Diagnostik, einschließlich Röntgen, MRT und Arthrosonographie besprochen.

Der Donnerstagnachmittag stand vor allem im Zeichen der praktischen Untersuchungen in Kleingruppen mit den Patient Partners der Rheuma-Liga, Landesverband Baden-Württemberg, e.V . Der Kontakt kam zustand über Dr. Monika Schulze-Bertram als Vizepräsidentin der Rheuma-Liga, Landesverband Brandenburg, e.V. Die Planung fand seit Februar 2024 statt.

Die Patient Partner sind Mitglieder der Rheuma-Liga e.V. und leiden seit Jahren an einer chronischen Form einer schweren ausgeprägten rheumatischen Erkrankung. Das Besondere daran ist, dass diese Patienten von der Rheumaliga für diese Veranstaltungen im Vorfeld geschult wurden. Sie haben ihre Krankheitsgeschichte auf Augenhöhe in angenehmer Umgebung vorgetragen.

Anschließend hatten die Teilnehmer die Möglichkeit, die Patienten zu untersuchen und auch an den zwei bereitgestellten Ultraschallgeräten eine Arthrosonographie an den peripheren Gelenken der Hände und Finger durchzuführen. Die Patient Partner rotierten, so dass alle Teilnehmer die Gelegenheit hatten, diese sonographisch zu untersuchen.

Eine dritte Gruppe wertete Knochendichtebefunde aus der Praxis von Fr. Dr. Schulze-Bertram mithilfe der BVOU Osteoporose-App.

Die vierte Gruppe intensivierte ihre praktischen Fähigkeiten der Handfunktionsuntersuchungen mit Dr. Thierse.  Eine unserer österreichischen Kolleginnen ist eine versierte Handchirurgin. Wir konnten einiges lernen.

Ein besonderer Höhepunkt waren sicherlich diese mitgebrachten sog. Rheumahandschuhe. Das sind besonders konzipierte dicke Handschuhe, die angezogen werden und die Behinderungen und Einschränkungen simulieren, die Rheuma-Patienten durch ihre Deformierungen täglich erfahren. Auch das Tastgefühl geht in diesen Handschuhen völlig verloren, ähnlich wie es die Patienten im Alltag erleben. Anschließend mussten die Teilnehmer versuchen, mit diesen Handschuhen eine Bluse zu öffnen oder auch nur eine Getränkeflasche mit und ohne Hilfsmittel zu öffnen. Lediglich der Handchirurgin aus Wien gelang dies. Jetzt ist allen Beteiligten klar, warum Rheuma-Patienten so ungern Blusen oder Hemden tragen und ein T-Shirt bevorzugen. Aber auch die Einschränkungen im täglichen Umfeld werden damit erlebbar.

An dieser Stelle noch mal der besondere Dank an die Patient Partner der Rheuma-Liga, Landesverband Baden-Württemberg e.V., dass sie die Anreise aus Sinsheim, Ulm und aus Murnau nicht scheuten und sich für diesen Nachmittag ehrenamtlich zur Verfügung stellten.

Am 2. Tag standen die medikamentöse und auch die nichtmedikamentöse Therapie im Vordergrund.

Folgerichtig begann der Tag mit einem Referat des internistischen Rheumatologen und Immunologen Dr. Christoph Kuhn, Karlsruhe, über die medikamentöse Therapie, einschließlich Basistherapie auf Ebene der csDMARDs und den klinischen Umgang mit den Biologika bzw. Biosimilars. 

Anschließend wurden in Kleingruppen Krankheitsverläufe simuliert und diskutiert. Hier wurden intensiv Fallvorstellungen und deren medikamentöse Therapie besprochen.

Der Nachmittag stand ganz im Zeichen der konservativen und operativen Therapie. Es zeigte sich, dass hier die Kernkompetenz bei den orthopädischen Rheumatologen liegt. Auch hier wurden wieder in Kleingruppen über die Fallstricke bei der operativen Therapie gesprochen, sowie die physikalische und manuelle Therapie praktisch angewendet, beziehungsweise nochmals vertieft. Beeindruckend waren insbesondere die Kasuistiken und klinischen Hinweise von Dr. Arbogast.

Nach dem Abschlusstestat haben sich alle Teilnehmer noch einmal getroffen und über das Ergebnis der letzten zwei Tage und auch den gesamten Kurs diskutiert.

Zunächst bleibt festzustellen, dass sich ausnahmslos alle Teilnehmer sehr intensiv in die interaktiven Falldiskussionen eingebracht haben. Die Teilnehmer waren äußerst motiviert und interessiert. Die Arbeit in den Gruppen und auch die Diskussionen über die zahlreichen mitgebrachten Fälle wurden von den Teilnehmern als besonders wertvoll bezeichnet. Natürlich auch der Umgang mit „echten“ Patienten, wo man die rheumatischen Erkrankungen selber „erfühlen und erfahren“ konnte. So konnten alle von diesem Kurs profitieren und sind mit einem deutlich geschulten Auge hinsichtlich der rheumatologischen Erkrankungen nach Hause gefahren.

An wen richtet sich der Kurs? 

Der Kurs richtet sich an alle Orthopäden, die die Voraussetzungen für die Zusatz-Weiterbildung orthopädische Rheumatologie nicht erfüllt haben, sich aber trotzdem in die Versorgung der orthopädischen Patienten einbringen möchten. Grundsätzlich fallen laut WbO die entzündlichen Gelenkerkrankungen in das Fach Orthopädie /Unfallchirurgie.

Es handelt sich bei auf dem Gebiet der Rheumatologie um ein ausgesprochenes Mangelfach, die Versorgung der Rheuma-Patienten ist in Deutschland keineswegs gesichert. Die Wartezeiten sowohl für ambulante als auch stationäre Versorgungen sind lang, zeitweise dauert es Monate bis Jahre, bis die Patienten einen kompetenten Ansprechpartner finden, sowohl orthopädisch als auch internistisch rheumatologisch.

Der Kurs hat das Ziel, die Teilnehmer in der Sicherheit der Diagnostik zu stärken und die Therapieschritte der ersten Monate zu klären. Auf dieser Basis „anbehandelte“ Patienten werden (auch durch die Vermittlung durch die TSS) bei Problemen mit dem weiteren Procedere sicherlich deutlich schneller Termine bei orthopädischen oder internistischen Kollegen bekommen.

Insofern ist es wichtig, dass sich deutlich mehr Orthopäden an der Versorgung der Rheuma Patienten beteiligen. In der Weiterbildung kommt dieses Fach allerdings weiterhin zu kurz. Auch durch die Einbindung der Unfallchirurgie wird die konservative Therapie, und damit die Lehre über die rheumatischen Erkrankungen weiter geschwächt. Dies gilt, es, aktiv auszugleichen, zumal der Bedarf, wie oben beschrieben, sehr hoch ist. Ein Hindernis ist sicherlich die vergleichsweise unzureichende Vergütung sowohl im stationären als auch im ambulanten Bereich, insbesondere bei den orthopädisch tätigen Kollegen und Kolleginnen, sowohl konservativ als auch operativ.

Hier gilt es, auch auf Seiten des Berufsverbandes, die Situation für die in der Rheumatologie tätigen Kollegen zu verbessern.

Am Ende bleibt festzustellen, dass dieses wichtige Fach einer weiteren Unterstützung bedarf, insofern wird das Kursangebot auch in Zukunft weiter aufrechterhalten und auch noch ausgebaut werden.

Die Gesamt-Veranstaltung wurde durch die Ärztekammer Baden-Württemberg  mit 37 Fortbildungspunkten bedacht.

Jetzt noch anmelden

Wir möchten schon jetzt alle Interessierten auf die kommende Veranstaltung im Rahmen des DKOU  in Berlin hinweisen. Die Veranstaltung wird vom 25. bis 26. Oktober im Novotel/Geschäftsstelle stattfinden. Es sind noch einige wenige Plätze frei. Die gesamte Veranstaltung, bestehend aus Curriculum, Präsenskurz und Vorab-Webinar am 16.10.2024, wird  mit 44 Fortbildungspunkten von der Ärztekammer Berlin bewertet. Wenn das kein Grund ist sich fortzubilden. Wir freuen aus auf einen regen Austausch mit Ihnen.

Dr. Monika Schulze-Bertram

Dr. Wolfgang Böker