Archiv für den Monat: Februar 2025

Zi-Praxis-Panel

Im Rahmen des Zi-Praxis-Panels erhebt das Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung in Deutschland (Zi) jährlich Daten zur wirtschaftlichen Entwicklung in den Praxen der vertragsärztlichen und -psychotherapeutischen Versorgung. Ziel ist es, mit repräsentativen Daten die Verhandlungsposition der Ärzteseite untermauern zu können und mit wissenschaftlicher Forschung Transparenz zur wirtschaftlichen Lage und zu allgemeinen Rahmenbedingungen herzustellen. Das Zi-Praxis-Panel wird als Forschungsvorhaben im Auftrag aller Kassenärztlichen Vereinigungen und der Kassenärztlichen Bundesvereinigung durchgeführt. Die Berufsverbände unterstützen das Zi-Praxis-Panel.

Die Ergebnisse aus dem Zi-Praxis-Panel werden durch die zur jeweiligen Erhebungswelle erscheinenden Jahresberichte sowie durch Fachinformationen und Online-Informationsangebote der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt. Das Zi stellt die Ergebnisse auch für die jeweiligen KV-Regionen den Kassenärztlichen Vereinigungen und der Kassenärztlichen Bundesvereinigung zur Verfügung, die diese in ihre jeweiligen Verhandlungen mit den Kassenkassen einbringen oder bspw. auch im Rahmen der KV-Praxisberatung verwenden. Auch die Berufsverbände erhalten Auswertungen zur jeweiligen Fachgruppe.

Die Ergebnisse der vergangenen Erhebungswellen belegen die angespannte Wirtschaftslage und das deutlich getrübte Stimmungsbild der Praxen in der vertragsärztlichen und -psychotherapeutischen Versorgung.

Derzeit läuft die aktuelle Erhebungswelle des Zi-Praxis-Panels. In diesem Jahr wurden etwa 69.000 Praxen angeschrieben und um Teilnahme gebeten. Die Befragung ist in zwei Teile gegliedert: Im ersten Teil geht es um Merkmale der Praxis sowie um Angaben zu den Inhaberinnen und Inhabern sowie Angestellten in der Praxis. Im zweiten Teil der Erhebung geht es um die Finanzdaten der Praxen. Da das Zi-Praxis-Panel im Kern die wirtschaftliche Seite der Praxistätigkeit beschreiben soll, ist dieser Teil von großer Bedeutung. Während der erste Teil von der jeweiligen Praxisinhaberin bzw. dem jeweiligen Praxisinhaber ausgefüllt werden muss, ist für den zweiten Teil im Regelfall die Einbindung der Steuerberaterin bzw. des Steuerberaters üblich. Die Bearbeitung ist jedoch auch ohne Einbeziehung der Steuerberaterin bzw. des Steuerberaters durch die Teilnehmenden selbst möglich.

Die Erhebung erfolgt für beide Teile per Online-Fragebogen.

Um die Teilnahme an der Erhebung zu erleichtern und den Teilnahmeaufwand zu reduzieren, wurden für die neue Erhebung zahlreiche Änderungen und Vereinfachungen umgesetzt.

Neben den regulären Erhebungsinhalten werden in dieser Erhebung Zufriedenheitsaspekte näher beleuchtet. Ziel ist es zunächst, zu messen, wie groß insgesamt die Zufriedenheit der niedergelassenen Vertragsärztinnen und -ärzte bzw. Vertragspsychotherapeutinnen und -therapeuten mit ihrer beruflichen Situation ist. In diesem Zusammenhang sollen zudem Faktoren identifiziert werden, die diese Zufriedenheit maßgeblich beeinflussen. So kann untersucht werden, inwieweit eine zielgerichtete Stärkung bestimmter Aspekte die berufliche Zufriedenheit und damit die Situation der Niedergelassenen verbessern könnte.

Die Teilnehmenden erhalten eine Aufwandspauschale. Diese beträgt 270 Euro je Einzelpraxis, 420 Euro je Berufsausübungsgemeinschaft mit bis zu drei Inhabern und 470 Euro je Berufsausübungsgemeinschaft mit mehr als drei Inhabern (jeweils einschließlich der gesetzlichen Umsatzsteuer), sofern eine Bestätigung zu den Finanzdaten durch Steuerberaterinnen bzw. Steuerberater oder durch Vertreterinnen bzw. Vertreter verwandter Berufsgruppen vorliegt. Wird keine Bestätigung zu den Finanzdaten durch Steuerberaterinnen bzw. Steuerberater oder Vertreterinnen bzw. Vertreter verwandter Berufsgruppen vorgelegt, wird nur die halbe Aufwandspauschale gezahlt.

Zusätzlich profitieren Teilnehmende von einem individuellen Praxisbericht, der nach Auswertung aller Daten über ein Online-Portal zur Verfügung gestellt wird. Um die Aufwandspauschale auszahlen und die Zugangsdaten zum Praxisbericht übermitteln zu können, sind die Personendaten der Teilnehmer erforderlich. Im Zi wird ein höchstmögliches Maß an Datenschutz garantiert. So werden diese personenbezogenen Angaben ausschließlich in einer ausgelagerten Zi-Treuhandstelle verarbeitet. Das Zi erfährt nicht, wer am Zi-Praxis-Panel in Person teilnimmt.

Die Zi-Treuhandstelle dient als Ansprechpartnerin und Support für Vertragsärztinnen und -ärzte bzw. Vertragspsychotherapeutinnen und -psychotherapeuten bei Fragen zum Zi-Praxis-Panel sowie zur Teilnahme an der Erhebung. Telefonisch ist die Zi-Treuhandstelle von Montag bis Freitag, jeweils von 8:00 bis 16:00 Uhr, erreichbar unter 0800 4005 2444. Gern steht die Zi-Treuhandstelle auch per E-Mail an kontakt@zi-ths.de für Rückfragen zur Verfügung.

Die Erhebungswelle endet am 15. Mai 2025.

Weiterführende Informationen zum Zi-Praxis-Panel sowie den Zugang zur Befragung finden Sie unter www.zi-pp.de.

 

Im Takt bleiben – Verwaltung der patellofemoralen Instabilität

Übersetzt aus dem Englischen

Einführung

Patellainstabilität ist ein häufiges Problem, mit dem sich orthopädische Chirurgen befassen. Die operative Behandlung der patellofemoralen Instabilität ist selten erforderlich, da die meisten Patienten durch eine gute Physiotherapie konservativ behandelt werden können.

Die Behandlung der Instabilität des patellofemoralen Gelenks (PFJ) kann eine Herausforderung darstellen. Historisch gesehen basiert ein Großteil der Evidenz zur Behandlung auf Studien der Evidenzklassen IV und V. Die Pathophysiologie ist vielfältig, und die betroffenen Patienten können ein breites Altersspektrum abdecken. Daher stützt sich die Diagnosestellung stark auf die klinische Beurteilung, und es besteht Uneinigkeit über die optimalen Behandlungsansätze.

Das Ziel der klinischen Untersuchung besteht darin, die zugrunde liegende Pathophysiologie der patellofemoralen Instabilität zu identifizieren und die Patienten anhand der festgestellten Auffälligkeiten zu stratifizieren, um die Behandlung gezielt zu steuern. Dabei muss unterschieden werden, ob eine funktionelle Instabilität vorliegt (d. h. ein Knie, das aufgrund mangelnder Muskelkontrolle nachgibt) oder ob eine mechanische Instabilität (abnorme Anatomie) besteht. Verwirrenderweise treten beide Merkmale häufig gleichzeitig bei ein und demselben Patienten auf.

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Knie-Totalendoprothese Genesis 2 (PS) mit bi-konvexer Patella (Smith and Nephew)

Der Genesis II-Knieersatz ist ein beliebtes bikondyläres TKR-Design, das sich in der Praxis bewährt hat. Das Gen II stammt aus der Mitte der 1990er Jahre und wurde von James Rand, Bob Bourne und Richard Laskin entwickelt, um eine Reihe von spezifischen Designmerkmalen zur Optimierung der Leistung zu integrieren.

Die wichtigsten Vorteile der Genesis II sind:

  1. Asymmetrischer posteriorer Femurkondylus – der mediale posteriore Kondylus wurde von 9,5 mm auf 7 mm Dicke reduziert, um eine ‚Außenrotation‘ der Femurkomponente gegenüber der Tibia zu erreichen, ohne die Trochlea-Position zu verändern, indem die Komponente physisch nach außen gegenüber dem Femurknochen gedreht wird. Dies verbessert die femorotibiale Kontaktgeometrie über den gesamten Bereich und optimiert die Patellaführung.
  2. Die koronale Geometrie ist an den Kanten abgerundet, um den femorotibialen Kontakt weiter zu verbessern und die Kantenbelastung zu reduzieren, was wiederum den Verschleiß verringert.
  3. Die Trochlearille ist sigmoidal geformt, damit die Patella seitlich von der Femurkomponente „getroffen“ wird. Wenn sich die Patella auf ihrem Weg zum Tibiatuberkel medialisiert, wird sie von der Trochlea der Femurkomponente unterstützt.
  4. Die Tibiabasisplatte ist asymmetrisch, um die tibiale Abdeckung für eine bessere Größenbestimmung und Fixierung zu optimieren und so die Übertragung der Belastung über das gesamte Tibiaplateau zu ermöglichen.
  5. Der Tibiaschaft ist medial von der Mitte der Tibiakomponente versetzt, um den nativen anatomischen metaphysären – diaphysären Versatz der meisten Patienten widerzuspiegeln, der im Durchschnitt 3 mm beträgt.
  6. Das Genesis II System wurde mit Kreuzbandsicherung eingeführt und bald durch eine posteriore Stabilisierung ergänzt. Es gibt sowohl unzementierte als auch zementierte Optionen.
  7. Das Genesis II-System ist mit Kobalt-Chrom- oder Oxinium-Femurkomponenten erhältlich. Die Oxinium-Gleitfläche hat sich in vitro als weniger belastend erwiesen und ist nach 10 Jahren klinisch sicher.
  8. Die tibialen Liner aus Polyethylen sind als Standard- oder hochvernetztes Polyethylen (Ultra High Molecular Weight Polyethylen) erhältlich, wobei der High Flexion Liner nur aus UHMWPE erhältlich ist.

Bei der Wahl der Genesis II-Variante habe ich mich für eine zementierte, festsitzende hintere Gleitpaarung mit kobaltverchromten Femurkomponenten für ‚Standard‘-TKRs entschieden. Ich werde immer versuchen, einen partiellen Knieersatz durchzuführen, wenn dies möglich ist. Sobald ich jedoch die Entscheidung getroffen habe, dass das gesamte Gelenk betroffen ist, entscheide ich mich bei allen Patienten für die Wiederherstellung der Patella. Dafür wähle ich die bikonvexe Genesis-Patella, da dies eine sorgfältige Feinabstimmung der Dicke des Patellakonstrukts ermöglicht, wie in dieser Operationstechnik und auch in der Orthoracle-Technik Smith and Nephew Journey Patella-Femur-Ersatz beschrieben.

Die bikonvexe Inset-Patella hat nach 10 Jahren eine Revisionsrate von 2,3%. Erak et al. fanden heraus, dass in einer Serie von 521 Inset-Patellas bei 431 Patienten nach 10 Jahren 14 Revisionen stattfanden, was einer Revisionsrate von 2,7% entspricht. Allerdings traten in derselben Studie 10 Jahre nach der Implantation bei nicht revidierten Patienten nur 7,8 % Schmerzen im vorderen Knie auf, was ein sehr niedriger Wert ist.

Bei jüngeren, anspruchsvolleren Patienten verwende ich die Oxinium Femurkomponente mit UMWPE High Flex Polyethylen-Linern. Die Altersgruppe für einen Wechsel liegt meiner Meinung nach zwischen 60 und 65 Jahren, aber das hängt eher vom biologischen Alter, Gewicht und der Funktion des Patienten ab.

OrthOracle-Leser werden auch die folgenden damit verbundenen Anleitungen interessant finden:

Totalersatz des Knies: Zimmer Biomet Nexgen Drehgelenk-Ersatz

Totaler Ersatz des Knies: Mako Triathlon roboterunterstützte kreuzbeinstützende TKR (STRYKER)

Totaler Ersatz des Kniegelenks: MAKO robotergestützter Triathlon-Kreuzbandersatz

Totaler Knieersatz: Vanguard XP kreuzbeinerhaltend (Zimmer-Biomet)

Knie-Totalersatz-Triathlon (Stryker) posteriores stabilisiertes Knie.

Totaler Kniegelenkersatz (posterior stabilisiert): Visionaire Genesis II (Smith und Nephew)

Totaler Ersatz des Knies: De Puy Attune Implantat

Totaler Ersatz des Knies: Vanguard-Kreuzbandprothese (Zimmer-Biomet)

Totaler Ersatz des Knies: Vanguard 360 Knieprothese (Zimmer-Biomet)

Autor: James Murray FRCS

Einrichtung: The Avon Orthopaedic Centre, Southmead Hospital, Bristol, UK

Clinicians should seek clarification on whether any implant demonstrated is licensed for use in their own country.

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Tibia-Tubercula-Osteotomie mit Fixierung durch eine kleine Fragmentplatte

Es gibt eine Reihe von Indikationen für die Tibia-Tuberkel-Osteotomie (TTO), und es ist am besten, diese Indikationen diskret zu betrachten, da sie entweder das „native“ Knie betreffen oder alternativ die Endoprothese.

Im nativen Knie handelt es sich entweder um eine Patella mit rezidivierender Instabilität als Folge einer Patella alta oder um eine Patella mit Knorpelschäden als Folge einer Fehl- oder Überbelastung durch eine exzessive Patella alta oder laterale Verschiebung. Diese Überlastung kann sich symptomatisch als Patella-Tendonopathie äußern. Die TTO mit Distalisierung kann auch in Fällen von resistenter Patella-Tenodinopathie eingesetzt werden, bei der die Patella zu hoch ist.

In der Knieendoprothetik hat die TTO zwei Hauptindikationen – entweder als zusätzlicher Schritt während der Freilegung, um das Risiko eines Patellasehnenabrisses in einem steifen Knie zu verringern, oder als Möglichkeit, die patellofemorale Gelenklinie zu verändern, z.B. bei einer übermäßigen Patella Baja, die eine Proximalisierung während oder nach einer Revisions-TKA erfordert. Diese TTO mit Proximalisierung wird bei der offenen Arthrolyse eines steifen Revisionskniegelenksersatzes durchgeführt. Mit dieser Technik der Fixierung von kleinen Plattenfragmenten kann eine signifikante Proximalisierung erreicht werden, was bei einer herkömmlichen Schraubenfixationsosteosynthese nicht der Fall gewesen wäre.

Bitte denken Sie daran, dass insbesondere beim nativen Knie kein Patient operiert werden sollte, bevor nicht alle nicht-operativen Behandlungsmöglichkeiten ausgeschöpft sind und die gesamte kinetische Kette der unteren Gliedmaßen berücksichtigt wurde. Das häufigste Problem ist eine unzureichende Rekrutierung der Gesäßmuskulatur und ein „Eintauchen“ des Beckens, und eine Neuausrichtung der Kniescheibe wird unter einem eintauchenden Becken nicht gut funktionieren.

Die zu untersuchenden nicht-operativen Interventionen werden im Abschnitt Indikationen behandelt. Es gibt eine Reihe von Operationen zur Stabilisierung der Patella, die im Laufe der Jahre angewandt wurden. In jüngster Zeit ist jedoch die Neuausrichtung der Patella mit einer Tubercula tibialis Osteotomie (TTO), meist zur Distalisierung und Medialisierung, manchmal in Verbindung mit einer Rekonstruktion des medialen patellofemoralen Ligaments (MPFL), am beliebtesten geworden. Manchmal werden diese Eingriffe zusammen durchgeführt und gelegentlich ist zusätzlich eine Vastus Medialis-Vorverlagerung (wie von Insall beschrieben) erforderlich.

Die Kombination der TTO mit der Rekonstruktion des medialen patellofemoralen Bandes (MPFL) wirft potenzielle Probleme bei der Platzierung der Inzisionen auf, aber meine Strategie besteht darin, eine einzige anteriore Längsinzision zu verwenden, die sowohl die TTO als auch die Entnahme der Kniesehne ermöglicht, jedoch mit einer längeren Inzision, als sie normalerweise für die Durchführung einer isolierten TTO verwendet wird. Diese Technik wurde bereits auf OrthOracle beschrieben: Patella-Stabilisierung : Tibia-Tuberkel-Osteotomie und Rekonstruktion des medialen patellofemoralen Bandes

Für OrthOracle-Leser sind auch die folgenden Anleitungen von Interesse:

Chondrale Läsion der Trochlea femoralis: Chondrogid-Membran (Geistlich pharma) zur chondralen Regeneration.

Stabilisierung der Patella: Rotierende proximale Tibia-Osteotomie

Stabilisierung der Patella: Mediale patellofemorale Bandrekonstruktion mit Healicoil-Ankern (Smith and Nephew)

Anteromedialisierung der Tubercula tibialis Osteotomie

Hohe Tibia-Osteotomie (Synthes Tomofix Platte)

Proximale Tibia-Osteotomie unter Verwendung einer Newclip-Platte.

Autor: James Murray FRCS (Tr & Orth)

Einrichtung: The Avon Orthopaedic centre, Southmead Hospital, Bristol, UK.

Clinicians should seek clarification on whether any implant demonstrated is licensed for use in their own country.

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Die Rolle der Patella-Resurfacing bei der totalen Kniearthroplastik

Übersetzt aus dem Englischen

Einführung

Seit Jahrzehnten wird die Rolle des Patella-Oberflächenersatzes in der totalen Kniearthroplastik (TKA) intensiv diskutiert und untersucht, wobei randomisierte kontrollierte Studien (RCTs), Meta-Analysen und registerbasierte Studien durchgeführt wurden.1-9 Trotz dieser umfangreichen Forschung gibt es nach wie vor keinen Konsens darüber, ob die Patella ersetzt werden sollte. Es ist offensichtlich, dass Chirurgen in drei große Gruppen unterteilt sind: Einige führen den Oberflächenersatz stets durch, andere verzichten vollständig darauf, und eine dritte Gruppe entscheidet fallabhängig. Dieser Übersichtsartikel fasst die Faktoren zusammen, die die Entscheidung zur Patella-Resurfacing beeinflussen, die Indikationen für den Oberflächenersatz, mögliche Komplikationen sowie die Ergebnisse nach der Resurfacing der Patella.

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Termin-Diskussion: Kassenärzte sind freie Unternehmer, keine Staatsmediziner

In der aktuellen Diskussion um Terminvergaben für Kassenpatienten und geplante Mindestkontingente für GKV-Versicherte offenbart sich ein völlig falsches Verständnis über Eingriffsmöglichkeiten in unternehmerisch organisierte Arztpraxen:

„Arztpraxen in Deutschland sind wirtschaftliche Unternehmungen. Sie werden in der Regel von einem Arzt oder einer Ärztin betrieben, die u. a. einen Vertrag mit dem System der Gesetzlichen Krankenkassen (GKV) haben und deshalb Vertragsärzte sind. Die Vertragsarztpraxis gehört den Eigentümern und nicht den Krankenkassen oder dem Staat“, betont der Bundesvorsitzende des Virchowbundes, Dr. Dirk Heinrich.

Die Pflichten einer Vertragsarztpraxis beinhalten 25 Stunden Tätigkeit für GKV-Versicherte als Sprechzeiten und Hausbesuche. Bis zu 13 Stunden Nebentätigkeit bei einem vollen Kassenarztsitz und 26 Stunden bei einem halben sind nach höchst richterlichen Entscheidungen möglich. Diese werden häufig zur Behandlung von Selbstzahlern (z. B. Privatpatienten) genutzt. „Die Art der Nebentätigkeit ist für den Praxisarzt frei. Wer Kontingente für GKV-Versicherte zwangsweise vorschreiben will und damit faktisch jede andere berufliche Tätigkeit einschränkt, will die Vertragsärzte enteignen und macht aus dem Praxisarzt einen Staatsmediziner“, erklärt Dr. Heinrich.

Deshalb sind Zwangseingriffe in die Terminorganisation und gesetzlich vorgegebene Kontingente für GKV-Versicherte ein Angriff auf die selbst verantwortete, freie unternehmerisch-wirtschaftliche Tätigkeit des Vertragsarztes und daher allem Anschein nach verfassungswidrig. „Wir werden derartige Vorhaben deshalb auch verfassungsrechtlich prüfen und nötigenfalls nach Karlsruhe gehen“, erklärt Dr. Heinrich.

Um auf dieses eklatante Missverständnis von Politik und Krankenkassen hinzuweisen, hat der Virchowbund ein Factsheet erstellt, das Hintergründe und Erläuterungen zum Thema Wartezeiten auf Arzttermine, die tatsächlichen Ursachen und die Folgen von weiteren Eingriffen in die Terminorganisation von Arztpraxen zusammenfasst.

Virchowbund 

Künstliche Intelligenz in der Patientenberatung: Chancen und Herausforderungen

Im Gespräch erläutern Dr. Anna Völker (OrthoChat-Entwicklerteam) und Dr. Jörg Ansorg (BVOU-Geschäftsführer), wie Künstliche Intelligenz (KI) die Patientenberatung revolutionieren kann. Welche Vorteile bringt der Einsatz von Technologien wie der Chatbot OrthoChat für Patienten und Ärzte mit sich? Darüber hinaus diskutieren sie die ethischen und rechtlichen Herausforderungen, die es zu bewältigen gilt, um das Vertrauen der Patienten in diese innovativen Lösungen zu stärken.

Welche konkreten Anwendungsbereiche sehen Sie für die Künstliche Intelligenz (KI) in der medizinischen Patientenberatung?

PD Dr. Anna Völker: KI kann in der medizinischen Patientenberatung in mehreren Bereichen eingesetzt werden, wie z.B. bei einer ersten unabhängigen Unterstützung eines Patienten, der auf der Suche nach Antworten auf seine Beschwerden ist. Dies ermöglicht eine unverbindliche Information und ermöglicht es dem Patienten, selbst aktiv zu werden und präventiv wirksam zu sein. Noch vor der ersten Arztkonsultation.

Zudem kann KI mit Informationen über Erkrankungen, Behandlungsmöglichkeiten und Präventionsmaßnahmen zu Erkrankungen einen wichtigen Beitrag zur Hebung der Gesundheitskompetenz unserer Bevölkerung leisten.

Wie gewährleisten Sie eine hohe Qualität der Informationen, die eine KI wie OrthoChat den Patienten zur Verfügung stellt?

Dr. Jörg Ansorg: Die Qualität der Informationen kann durch die Verwendung einer kuratierten, spezialisierten BVOU-eigenen Wissensdatenbank sichergestellt werden.  OrthoChat greift ausschließlich auf diese kuratierten Informationen zu. Wir vermeiden damit sog. Konfabulationen von Standard-KI-Systemen. Regelmäßige Überprüfungen und Aktualisierungen der Inhalte sind entscheidend, um sicherzustellen, dass diese hohe Informationsqualität dauerhaft gehalten wird.

Welche ethischen Herausforderungen sehen Sie beim Einsatz von KI in der Patientenberatung?

PD Dr. Völker: Eine der Hauptfragen ist die Rolle des menschlichen Arztes: KI sollte als unterstützendes Werkzeug fungieren, aber niemals die persönliche Beziehung zwischen Arzt und Patient ersetzen. Zudem müssen wir die Verantwortung im Falle von Fehlern klären, insbesondere wer haftbar ist, wenn die KI irreführende Informationen bereitstellt. Es ist wichtig, transparente Prozesse zu schaffen, um das Vertrauen der Patienten in die Technologie zu stärken.

Wie können wir als Berufsverband die Akzeptanz von OrthoChat bei unseren Mitgliedern und Patienten gleichermaßen fördern?

Dr. Ansorg: Wir können die Akzeptanz fördern, indem wir Aufklärungskampagnen starten, die die Vorteile und Funktionen von OrthoChat verdeutlichen. Darüber hinaus sollten wir Schulungen für Ärzte und Praxismitarbeiter anbieten, damit sie den Chatbot selbst nutzen und ihren Patienten empfehlen können.

PD Dr. Völker: Ein herausragender Vorteil von OrthoChat ist seine Mehrsprachigkeit. Das Angebot spricht fließend 50 Sprachen und unterstützt so bei der Behandlung von Patienten, deren Muttersprache nicht Deutsch ist. Diese können mit Hilfe von OrthoChat offene Fragen vor oder nach einem Arztgespräch noch einmal in der eigenen Muttersprache klären.

Und seitens der Nutzer?

PD Dr. Völker: Positive Erfahrungsberichte von Nutzern tragen ebenfalls dazu bei, Vertrauen in das System aufzubauen. Erste Evaluationen sind bereits erfolgt, im Jahr 2025 werden wir eine weitere Welle starten. Wir freuen uns auf die Kritik von Anwendern und Experten und hoffen, damit das System immer weiter zu verbessern.

Dr. Ansorg: In der letzten Ausgabe unserer Mitgliederzeitschrift haben wir zudem ein OrhoChat-Poster für das Wartezimmer beigelegt.

Dieses kann kostenfrei unter service@bvou.net angefordert werden. Durch den dort platzierten QR-Code können Patienten OrthoChat direkt starten und ihre Fragen stellen. Es kostet vielleicht den ein oder anderen Kollegen eine gewisse Überwindung, auf diesem Weg seinen Patienten OrthoChat zu empfehlen. Aber am Ende sprechen Sie mit sehr viel besser informierten und motivierten Patienten, die Ihren Empfehlungen wissend folgen werden.

Welche Rolle spielt die menschliche Interaktion in einer KI-gestützten Patientenberatung?

PD Dr. Völker: Eine intakte Arzt-Patienten-Beziehung bleibt entscheidend, da sie Vertrauen und Empathie fördert, die für den Heilungsprozess wichtig sind. OrthoChat sollte als ergänzendes Werkzeug gesehen werden, das Patienten und Ärzte bei der Informationsbereitstellung unterstützt. Die Schnittstelle zwischen OrthoChat und den Ärzten ist wichtig, um sicherzustellen, dass Patienten die notwendige persönliche Beratung erhalten, wenn es um komplexe Gesundheitsfragen des Bewegungsapparates geht.

Welche rechtlichen Rahmenbedingungen mussten für den Einsatz von OrthoChat geschaffen werden?

Dr. Ansorg: Für den Einsatz von OrthoChat mussten wir sicherstellen, dass alle datenschutzrechtlichen Anforderungen erfüllt werden. Dazu gehört unter anderem, dass keine personenbezogenen Daten abgefragt werden, die Rückschlüsse auf die Identität des Nutzers zulassen würden.

PD Dr. Völker: Und wir machen mehrfach deutlich, dass OrthoChat das vertrauensvolle Gespräch mit dem Arzt nicht ersetzt, sondern lediglich unterstützt. Sollte ein Nutzer auch nur den geringsten Zweifel haben, motivieren wir zur umgehenden Kontaktaufnahme mit einem Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie. Das kann über Orthinform ganz unmittelbar erfolgen. Geeignete Kolleginnen und Kollegen in der Umgebung des Nutzers werden kontextsensitiv empfohlen und ein Termin kann bei vielen direkt über Orthinform vereinbart werden.

Welche inhaltlichen Herausforderungen bestehen beim Aufbau eines solchen ChatBots?

Dr. Ansorg: Es ist notwendig, die medizinischen Standards zu berücksichtigen, die für die Bereitstellung von Gesundheitsinformationen gelten. Das bedeutet, dass die Inhalte von OrthoChat den aktuellen medizinischen Leitlinien entsprechen und von Experten überprüft werden. Durch diese Maßnahmen schaffen wir ein hohes fachliches und juristisches Niveau, damit OrthoChat als verlässliche Anwendung funktioniert und gleichzeitig dessen Rolle vom Anwender nicht überschätzt wird.

Wie wird sich die Rolle von KI in der Patientenberatung in den nächsten Jahren entwickeln?

PD Dr. Völker: Die Rolle von KI-Systemen wird sowohl in der Patientenberatung, als auch in der Patientenbetreuung weiter wachsen. Die Technologie leistungsfähiger und zugänglicher. Durch Sprachtools wird der Zugang auch für ältere Menschen sowie für Menschen mit Migrationshintergrund leicht zugänglich. KI wird verstärkt zur Personalisierung von Gesundheitsinformationen beitragen und die Patientenbindung verbessern.

Gleichzeitig wird die Integration von KI in bestehende Gesundheitssysteme zur Befundung und Patientenbetreuung zunehmen, wodurch eine nahtlose Zusammenarbeit zwischen Technologie und menschlicher Expertise gefördert wird. Der Berufsverband wird diese Entwicklungen auf allen Ebenen aktiv und mit eigenen Beiträgen begleiten.

Frau PD Dr. Völker und Herr Dr. Ansorg, vielen Dank für das Gespräch. 

Das Interview führte Janosch Kuno. 

KWEX-Studie: Befragung der ärztlichen Angestellten startet

Das Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung (Zi) nimmt seit Ende Januar 2025 die Erfahrungen der ärztlichen und psychotherapeutischen Angestellten in Praxen, Medizinischen Versorgungszentren und diesen gleichgestellten Einrichtungen mit einer bundesweiten Befragung in den Blick. Dazu erhalten alle etwa 55.000 Ärztinnen und Ärzte bzw. Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten, die zum Stichtag 30.06.2024 in einer Praxis, einem MVZ oder einer vergleichbaren Einrichtung der vertragsärztlichen bzw. vertragspsychotherapeutischen Versorgung in Anstellung tätig waren, ab Ende Januar 2025 ein Einladungsschreiben mit persönlichen Zugangsdaten. Der Online-Fragebogen umfasst verschiedene Themenbereiche – vom beruflichen Werdegang und der aktuellen Anstellung über die Karriereoptionen, einschließlich der Option der Niederlassung, bis hin zu den beruflichen Zukunftsplänen. Die Befragung läuft für insgesamt vier Wochen bis zum 28. Februar 2025. Die Teilnahme an der Befragung ist freiwillig. Nach Auswertung des Datenmaterials erhalten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf Wunsch eine Fachinformation zu den zentralen Ergebnissen der Befragung.

Die Befragung der ärztlichen und psychotherapeutischen Angestellten ist Teil der KWEX-Studie, mit der das Zi Fragestellungen zur ärztlichen und psychotherapeutischen Karrierewahl und Existenzgründungsentscheidungen untersucht. Die KWEX-Studie zielt darauf ab, das Existenzgründungsgeschehen bei Ärztinnen und Ärzten sowie Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten zu beschreiben und Einflussfaktoren der Karrierewahl, insbesondere der Niederlassungsneigung, zu beleuchten. Perspektivisch sollen im Rahmen der KWEX-Studie die Sichtweisen zentraler Gruppen zu Arbeitsbedingungen, Bedürfnissen und Karrierewegen entlang der Ausbildungskette erfasst werden: Von Studierenden über die Weiterzubildenden bis hin zu angestellten und niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten sowie Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten.
Die in Kürze startende Befragung bietet den Teilnehmerinnen und Teilnehmern die Möglichkeit, ausführlich über ihre Erfahrungen in der ambulanten Anstellung zu berichten und ihre berufsbezogenen Bedürfnisse und Erwartungen, auch im Hinblick auf die Karriereoption „Niederlassung“, mitzuteilen. Das Zi möchte aus ihren Erfahrungen heraus verstehen und Empfehlungen ableiten, wie die Kassenärztlichen Vereinigungen die möglichen Karrierewege der ärztlichen und psychotherapeutischen Angestellten bedarfsgerecht und bestmöglich gestalten können.

Weitere Informationen zur KWEX-Studie und zur Befragung der ärztlichen und psychotherapeutischen Angestellten finden Sie auf der Projektwebseite unter

Perspektive DVT – Aufnahmen unter Körperbelastung fördern präzisere Diagnosen

In der Praxis Jasinski vertrauen die Patienten bei allen medizinischen Notfällen auf eine kompetente und fürsorgliche Hilfe. Mit über 2000 Arbeitsunfällen jährlich ist eine schnelle und effektive Diagnostik unabdingbar. Deswegen fiel im Juni 2024 die Entscheidung, die SCS Bildgebung implementieren zu lassen.

In diesem ausführlichen Videointerview erfahren Sie mehr über die vielen Vorteile dieser Lösung, die der Facharzt Markus Jasinski aus Bamberg besonders schätzt.

https://www.youtube.com/watch?v=TDHiCwbbCPQ

 

Praxis Jasinski
Pödeldorfer Str. 146
96050 Bamberg
www.unfallchirurgie-bamberg.de

SpiFa-Wahlprüfsteine: Antworten der Parteien

Der SpiFa gehört zu den wenigen gesundheitspolitischen Institutionen, die im Rahmen eines zwischen Parteien konsentierten Verfahrens Wahlprüfsteine stellen durften. Nun haben wir die Antworten von den Parteien erhalten. Diese Antworten und unsere Bewertung wollen wir Ihnen heute zur Verfügung stellen. Sie finden diese unten im Downloadbereich.

Mit Blick auf die Interessen der Fachärztinnen und Fachärzte werfen die Antworten der Parteien viel Licht, aber auch viel Schatten:

So geben ausschließlich die beiden Parteien CDU und FDP ein eindeutiges und uneingeschränktes Bekenntnis zur ärztlichen Freiberuflichkeit ab. Die FDP erklärt, dass sie staatsmedizinische Eingriffe kritisch sieht und will die Selbstverwaltung frei von politischer Einflussnahme.

Auch für die Entbudgetierung der Fachärztinnen und Fachärzte wollen sich nur CDU und FDP einsetzen. Die FDP will eine ungekürzte und leistungsgerechte Vergütung für alle Gesundheitsberufe. SPD und Bündnis90/Die Grünen sehen die Entbudgetierung ausdrücklich kritisch. Die SPD hinterfragt gar bereits die Entbudgetierung der Kinder- und Jugendärzte. Die Antwort der SPD auf viele der Herausforderungen ist vor allem eine Einheitsvergütung.

Die Terminsituation in den Facharztpraxen sehen vor allem SPD und Bündnis90/Die Grünen sehr kritisch. Beide Parteien wollen dieser mit einem Mehr an staatlichen Eingriffen begegnen.

Eine Steuerung von Patientinnen und Patientinnen durch die Versorgungspfade befürworten alle Parteien. Mehr Eigenverantwortung seitens der Patientinnen und Patienten adressieren jedoch nur CDU/CSU und FDP.

Die sektorenunabhängige medizinische Versorgung ist für alle Parteien ein Thema. Sie alle bekennen sich zu mehr Ambulantisierung. Wie genau das erfolgen soll und wie Fehlentwicklungen bei den Hybrid-DRG angegangen werden sollen, dazu gibt es leider von keiner Partei überzeugende Antworten.

Beim Thema Entbürokratisierung hat nur die FDP die Nase vorn. Sie will überflüssige Dokumentations-, Nachweis- und Berichtspflichten streichen und dafür sorgen, dass diese künftig erst gar nicht entstehen. Zukünftig sollten Bürokratiekosten auch auf Ebene der Selbstverwaltung transparent gemacht werden. CDU/CSU wollen zunächst prüfen und dann ggf. obsolete Vorschriften streichen. Bündnis90/Die Grünen wollen auf Entbürokratisierungsvorhaben der aktuell laufenden Legislaturperiode aufsetzen und die SPD will analoge Bürokratie vor allem digitalisieren.

Eine komplette Übersicht mit den Antworten der Parteien und der Bewertung des SpiFa aus fachärztlicher Sicht finden Sie im Anhang dieses Newsletters. Darüber hinaus finden Sie im Anhang auch die 10 Kernforderungen an die Politik noch einmal zusammen gefasst.

Quelle: SpiFa