Straubing – Zur Diagnostik von knöchernen Läsionen der Schulter wird routinemäßig die Computertomographie (CT) eingesetzt. In der Zwischenzeit hat sich das SCS DVT (digitaler Volumentomograph oder Cone Beam CT) als Diagnostik mit deutlich höherer Strahlenhygiene und Bildauflösung in der Orthopädie und Unfallchirurgie bewährt. Es soll untersucht werden, inwieweit die Vorteile der DVT als 3-D- Bildgebung in der Diagnostik von Schultererkrankungen genutzt werden können.
Material und Methoden
In dieser Studie wurde die DVT über den Zeitraum April 2017 bis Oktober 2018 bei 45 Patienten unter Anwendung des SCS MedSeries® H22 DVT (Fa. SCS Sophisticated Computertomographic Solutions GmbH) zur Diagnostik von knöchernen Läsionen an der Schulter angewendet. Hierzu wurde der Einsatz im Rahmen verschiedener Indikationen, wie bei einer knöchernen Glenoidrand-Läsion, knöchernen Absprengungen im Bereich Humeruskopf, Frakturen des Tuberculum majus, Pseudarthrosen und Einbauverhalten von Schulterprothesen evaluiert.
Ergebnisse
In den ausgewählten Fällen zeigte sich mit dem DVT eine insgesamt hohe Bildauflösung mit 0,2 mm, welche eine detailliertere Darstellung von Knochengewebe ermöglichte. Weitere Vorteile waren die um mindestens 50% geringere Strahlenbelastung im Vergleich zum klassischen CT und eine sehr geringe Untersuchungsdauer von unter 1 min (Dauer der Bilderfassung 20 Sekunden, Dauer der Bildverarbeitung ca. 40 Sekunden). Ferner waren die unmittelbare Anwendung des DVT direkt durch den behandelnden Orthopäden oder Unfallchirurgen mit DVT-Fachkunde in der Praxis und die multiplanare sowie dreidimensionale Darstellung zur Befundung von großem Nutzen. Der Nachweis von Frakturen, Durchbauungen und Fragment-Lokalisation konnte meist sehr gut erfolgen. Die aktuelle Systemgröße limitiert die Diagnostik bei z.B. adipösen oder in der Bewegung eingeschränkten Patienten.
Schlussfolgerung
Die ersten Erfahrungen mit der DVT in der Schulterdiagnostik zeigen eine vollständig ausreichende, hochauflösende Darstellung knöcherner Strukturen an der Schulter. Ferner ist eine selbstständige, unmittelbare Leistungserbringung durch den Orthopäden oder Unfallchirurgen mit deutlich geringerer Strahlenbelastung im Vergleich zum klassischen CT möglich. Die aktuelle Systemgröße erlaubt die Untersuchung der Schulter bei etwa 50% aller typischerweise in diesem Fachgebiet auftretenden Indikationen, was unter Betrachtung der damit möglichen Einsparung an Strahlenbelastung ebenfalls als signifikantes Merkmal zu bewerten ist. Weitere Untersuchungen zur Validierung des Verfahrens werden im Vergleich zur Computertomographie angestrebt.
Quelle: SCS